Dienstag, 14.11.2006 | 10:55 Uhr

Autor: Dostoevskij

VTO

Über die Volltextsuche Online (VTO) berichtete ich bereits in Lesefieber. 2007 soll die Online-Plattform starten, die in Zusammenarbeit des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit den deutschen Verlagen entsteht. Im Frühjahr werden die ersten 10.000 Bücher durchsuchbar sein. Dieses deutsche Projekt versteht sich als Pendant und bewußter Konkurrent zu Googles Book Search. Die genauen Modalitäten der VTO sind noch unklar. Prinzipiell werden Verlage ihre Bücher in digitalisierter Form verfügbar machen. Der User kann den Volltext durchsuchen und sich einen Textausschnitt anzeigen lassen und wird sicher Zugriff auf Zusatzinformationen wie Inhaltsangaben, Klappentext, Coverbilder u.a.m. haben. Ein Vorteil ist abzusehen: Literatur, die als gedrucktes Buch vergriffen ist, kann weiterhin zugänglich gemacht werden. Der Preis digitalisierter Vollbücher kann stark differieren. Bereits jetzt werkelt der Christopher-Links-Verlag an Angeboten solcher E-Bücher, für die 75 bis 80 Prozent des Preises des Printmedium verlangt. Verleger Chr. Links sprach im Kulturinterview (mp3) mit dem DeutschlandRadio. Außerdem verweise ich auf den Beitrag Umsonst und Online (mp3), der das Thema ebenfalls beackert. Grundlagen und weitere Hintergründe zu Digitalisierungsprojekten befinden sich im Bücherlei. Die Volltextsuche Online ist gewiß ein löbliches Unterfangen und als Gemeinschaftsprojekt mit mehr Möglichkeiten und zu erwartender höherer Publicity den Digitalisierungsbestreben vereinzelner Verlage vorzuziehen, doch wünschte man sich, es würde rascher voran gehen. Die deutsche Gründlich- und Bedachtsamkeit hinkt der virtuellen Dynamik deutlich hinterher. Siehe auch ältere Lesefieber-Artikel wie hier und hier.

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Ein Kommentar

  1. Mathias Schindler Says:

    “Ein Vorteil ist abzusehen: Literatur, die als gedrucktes Buch vergriffen ist, kann weiterhin zugänglich gemacht werden. ” Es macht für einen Verleger keinen Sinn, ein Buch auf VTO zu stellen, das nicht mehr im Laden erhältlich ist. 17 Euro im Jahr ohne Einnahmequelle? Ein Econtent-Kaufmodul ist offenbar noch in weiter Ferne. Auf VTO werden, wenn überhaupt, in-stock Bücher stehen und sobald verschwinden, wie sie es nicht mehr sind (es sei denn, an der Preisstruktur und den Funktionen ändert sich noch etwas dramatisch).

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