Samstag, 24.09.2016 | 12:24 Uhr

Autor: rwmoos

Katrin Hauck & Tim Kempers: Unnützes HamburgWissen

Unnützes HamburgWissen

Flanieren mit Manieren

Es soll ja durchaus vorkommen, dass man sich in irgend einer daher gelaufenen Stadt wiederfindet und plötzlich, besorgt um die individuelle Volksgesundheit, fragt: Was mach’ ich eigentlich hier?

Solchen Situationen zumindest in Hamburg vorzubeugen, hat der stadtbekannte Wiener Holzbaum-Verlag den beiden Autoren Katrin Hauck und Tim Kempers im Rahmen seiner Reihe „stadtbekannt“ eine, in ausgebreiteter Form ungefähr 1,15m² große, papierne Plattform gegeben. Dankenswerterweise band er die Seiten in’s Format der guten alten Westentasche.

Leicht daher geplaudert liefert das Autorenduo der oben angeführten unpersönlichen Persönlichkeit in anekdotischer Form das Rüstzeug, sich Hamburg gefügig zu machen.
Dabei gibt das manierliche Büchlein in erster Linie den Input für eine touristische Stippvisite der weitberühmten deutschen Hafenstadt. Doch auch dem hier Zu- oder Aufgezogenen, ja möglicherweise sogar der geborenen oder gar gebürtigen Hanseatin (den feinen Unterschied entnehme man der Publikation selbst), wird die Lektüre desselben ein verständnisinniges Lächeln entlocken können.
Kurzum: Möchte man Hamburg begegnen oder auch nur in Hamburg jemandem begegnen, wird es kein Fehler sein, das „Unnütze HamburgWissen“ sein Eigen genannt und per Lektüre daraus das bis dato vernebelte innere Stadtbild gelichtet zu haben.
Lediglich das Thema Autobahn sollte von den österreichischen Autoren nochmals auf-gewienert werden: Die A 1 war keinesfalls die erste richtige Autobahn – diese Ehre gebührt immer noch der heutigen A 555 zwischen Köln und Bonn.

Dafür findet sich auch Mysteriöses in dem Westentaschenformat: So treibt auf S. 21 eine „Schildvortiebmaschine“ ihr r-loses Unwesen. Und wenn auf S. 70 die „Kolonisation“ nicht abgedeckt war, nimmt es kein Wunder, dass auch die dadurch geprägte Expansionszeit zu Ungunsten des Abendlandes und damit auch Hamburgs gen Himmel stank.

Dagegen aber hilft das Experiment, das auf S. 36 nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen wird: Lütt un Lütt in echter Hafenarbeiter-Manier zu trinken. Der Autor dieser Zeilen ist noch am Probieren.

Na denn: Prost!

Tüchersfeld, den 23. September 2016

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