Samstag, 15.10.2005 | 16:44 Uhr

Autor: Regula Erni

Kritisierte kritisieren Kritiker

Kurz vor Beginn der Buchmesse stehen die Literatur Kritiker mit gespitzten Stiften in den Startlöchern in der Absicht, zu lobpreisen, zu zerreissen und sich über die Schreibenden lächerlich zu machen. Es ist, wie in der FAZ zu lesen, anzunehmen, dass sie einige ihrer Verrisse schon bereit halten – und nur noch abwarten… Doch in diesem Jahr schlagen die Künstler und Schriftsteller zurück. Endlich!

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8 Kommentare

  1. Paperback Fighter Says:

    Ach! mir kommen die Thränen, wenn ich die Namen derer lese, die jetzt endlich zurückschlagen: Hans Magnus Enzensberger und Julian Barnes, Walter Kempowski und A. L. Kennedy, Andrej Kurkow und Julia Franck, Elke Heidenreich und Hwang Chi Woo, Ingo Schulze und Felicitas Hoppe. Gewiß, auch diese Leute sind verletzlich; doch immerhin ist ihnen (vielleicht mit Ausnahme des Chinesen) nie das Allerschlimmste widerfahren: totgeschwiegen zu werden. Bleibt nur noch zu sagen, daß einer dieser Verletzten, der mittlerweile mit Preisen überhäuft wird, sich nicht einmal dafür bedankt hat, daß ich ihm mein Buch sowie einen Essay über ihn geschickt habe; und das auch nicht, als ich ihn vis à vis fragte, ob er die Post bekommen habe. Es interessierte ihn nicht – : so wie sich überhaupt die allerwenigsten Autoren dafür interessieren, was jene schreiben, von deren Bekanntschaft sie sich keinerlei Nutzen versprechen.

  2. ANH Says:

    Nun, dieses „Autoren kritisieren Kritiker“ ist ja in Autrag gegeben worden; insofern steht das Ergebnis fest. Im Netz finden sich andernorts oft kluge Aueinandersetzungen mit Kritikern, und das wird von diesen durchaus nicht gerne gesehen. Auch Karl Kraus, der vielleicht radikalste Autor dr Kritikkritik, den es je gab, bekam selbstverständlich von den Wiener Zeitungen k e i n e n Auftrag, einmal d o r t über XYZ herzuziehen und dies bitte auch mit guten Gründen zu tun.
    Doch was erwarten Sie? It’s show business, and the show business wishes to going on.

  3. Oliver Gassner Says:

    @anh:

    Right. Was uns ja nicht hindert über (gute) Texte zu reden.

    So wie du in anderem Zusammenhang (nano) feststelltest, dass gute Dichtung den Gedanken an die Autonomie aufgibt, so ist die ‚Life and Letters‘-Fixierung der Journallie auch Schuld daran, dass eher (metaphorisch) nette Gesichter als komplexe Konzepte geschätzt werden.

    Während der journalistische Kritiker sich und seinen ‚Geschmack‘ wichtig nehmen *muss* [obwohl beides den leser von Literatur kaum weniger interessiert oder interessieren sollte], kann man, wenn man versucht est einmal zu _beschreiben_ und dem Lesenden das Geschmacksurteil zu überlassen ja eventuell durch genaueres Hinsehen sowohl dem Text als auch dem autor gerechter werden. (Indem man eben von der Person des Autors absieht, die zwar Urheber aber nicht Gegenstand des Werkes (und der Kritik) ist.

    Sowas wird aber natürlich nicht gefördert, wenn man den Kritiker via TV zu einem größeren Star macht als er verdient zu sein.

    Zwei „Dekos“ hierzu: Goethe war offenbar ein mehrdimensionaler Kotzbrocken und von Fritz N. stammt [sinngemäß]: ‚Das eine bin ich und das andere sind meine Bücher.‘ (Ist das aus „Ecce Homo“?)

    Ideen, wie man Literatur ma TV anders machen könnte, wären sicher eher etwas für einen anderen Thread.

  4. Oliver Gassner Says:

    Hier isses: „Das Eine bin ich, das Andre sind meine Schriften.“

  5. andreaffm Says:

    und dann gibt es das genaue gegenteil des geschmacks-diktators:

    diejenigen, die vor lauter akademischer objektivität vergessen, daß es durchaus sowas wie qualität gibt, die vor lauter einordnen und dekonstuieren nicht mitbekommen, daß andere leute an diesen forschungsobjekten auch vergnügen (oder wie auch immer man positive lektüreerlebnisse nennen kann) haben.
    trifft man in der uni immer. die darf man alles fragen, nur nicht, wie sie etwas fanden.

  6. Paperback Fighter Says:

    @ anh:

    Ich erwarte nix. Ich konstatiere nur. Und lobe mir das show business derer, die sich besser darauf verstehen als die Toren mit Au davor.

  7. Literaturwelt. Das Blog. » Blog Archive » Presseschau Says:

    […] Das ist ja wie beim Arzt – ich bin auf der Suche nach der Spiegel-Extra-Ausgabe zur Buchmesse und irrlichtere deswegen auf Spiegel-Online herum, finde aber nur Aufreißerthemen wie dass Curry gut gegen Brustkrebs ist (kaufe morgen Curry) (deswegen wie beim Arzt, aber diese Extra-Ausgabe finde ich nicht. Vielleicht kann einer der KollegInnen beispringen. Den Hinweis auf das Spiegel-Bildungsforum finde ich bei der Zeit , hier ist der Direktlink, und die Zeit-Veranstaltungen inklusive Blauem Sofa auch. Die bereits empfohlene Beilage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung habe ich (wegen der Empfehlung) am Flughafen gekauft; wirklich interessant und zum Aufheben! Trackback: https://blog.literaturwelt.de/archiv/presseschau/trackback/ […]

  8. Blumenversand Says:

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