Sonntag, 26.11.2006 | 15:00 Uhr

Autor: Andreas Schröter

Juri Andruchowytsch: Moscoviada

MoscoviadaDie untergehende Sowjetunion am Ende der 80er-Jahre ist Thema in Juri Andruchowytsch’ „Moscoviada”. Diesen Roman, der als sein Hauptwerk gilt, schrieb der 46-jährige ukrainische Autor im Original bereits Anfang der 90er, aber erst jetzt erschien er endlich auch auf Deutsch.

In „Moscoviada” schickt er seinen Helden, den Literaturstudenten Otto von F., an einem einzigen irrwitzigen Tag durch ein apokalyptisch wirkendes Moskau. Nirgendwo sonst, so teilt der Autor im Nachwort mit, manifestierte sich damals einerseits die zerbröckelnde Macht des Sowjetregimes, andererseits die neuen Kräfte der Befreiung so ausgeprägt wie in Moskau.

Otto von F. hat an diesem einen absurden Tag Sex mit verschiedenen Frauen, betrinkt sich maßlos, entgeht nur knapp einem terroristischen Anschlag, wird gefangen genommen, entdeckt ein unterirdisches Rattenversuchszentrum und gerät in eine Geheimversammlung der untergehenden Sowjet-Machthaber.

Das alles ist makaber, lebendig, sprachgewaltig, mitreißend, manchmal grotesk und surreal. Letzteres gegen Ende vielleicht sogar einen Tick zuviel für manchen Geschmack.

Eine stilistische Besonderheit: Das Buch ist in der 2. Person geschrieben: „Du irrst durch Moskau.” Insgesamt lesenswert!

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