Donnerstag, 07.06.2007 | 23:25 Uhr

Autor: Odile

Georg-Büchner-Preis 2007 geht an Martin Mosebach

Der Georg-Büchner-Preis 2007 geht an Martin Mosebach.
In einem Interview im Deutschlandfunk (gesendet nach Mitternacht, am 08.07.07) lobt Reichert, der Präsident der Akademie für Sprache und Dichtung, die „Altmeisterlichkeit Mosebachs“, seine „urwüchsige Erzählfreude“, seine „stilistische Pracht“ und sein „humoristisches Geschichtsbewusstsein“; da passt es, dass Mosebach als kulturkonservativ gilt. Letztendlich sei es die Unzeitgemäßheit, die das Werk Mosebachs so besonders mache.
Mosebach ist ein sehr vielfältiger Autor, er hat nicht nur Romane und Erzählungen, sondern auch Reportagen, Feuilletons, Libretto und erzählerische Essays geschrieben. Reichert verweist auf das enzyklopädische Wissen des Autors, der unglaublich viel gelesen und außerdem durch sein Jurastudium sprachliche Disziplin, Fragetechniken und das Hin- und Herwenden von Argumenten gelernt habe, was sich in seinem Werk niederschlage. Mosebach selbst, so heißt es, sei überrascht.

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2 Kommentare

  1. molosovsky (Alexander Müller) Says:

    Mosebach gehört ja auch den christlich Durchwallten, und die habens bei mir schwer … außer eben, wenn sie dann wirklich mehr auf der Pfanne haben, als treuherzige Gutgläubigkeit.

    Kenne zwar nur Essays von Mosebach, die jedoch fand amüsant und flott zu lesen (flott nicht im MTV-Sinne, sondern im Sinne von ›hohe Ideen und Perspektivendichte‹, was ja selten ist im Essay-Dschungel). Hat immerhin dafür gesorgt, daß Henscheid mal einen Solopreis annimmt (Italo Svevo-Preis). Leider kann ich mich nicht aufraffen einen seiner Romane zu lesen. Die Waschzettel sind schlicht zu abturnend.

  2. molosovsky Says:

    Es ärgert und enttäuscht mich: Was soll man von einer Büchnerpreis-Debatte halten, wenn die (umstrittene) Rede des Preisträgers immer nur in Auszügen und Paraphrasen im Blätterwald verhandelt wird.

    Immerhin: in der November-Nummer von »Literaturkritik.de« nimmt sich Burghard Dedner in seinem Beitrag die Rede von Mosebach (und die Fähnchenschwenkerei seiner Jubelperser) nochmal mit gebotener Klarheit vor:

    Viel haben Mosebach und Büchner also nicht gemeinsam, und so zeigte sich die Weltgeschichte wieder einmal von ihrer humoristischen Seite, als sie die Darmstädter Akademie veranlasste, den neuen Messdiener unter den Gegenwartsautoren mit dem Büchner-Preis zu ehren. {…} Mosebach erzählt uns von der magischen Macht der Königshände, die die »Skrufulösen« zu heilen vermochte, als hätte auch Büchner solchen Königsfantasien angehangen. Tatsächlich — und dies ist Mosebachs Aufhänger — lässt Büchner die über dem Verlust ihres Mannes und anderem Elend wahnsinnig gewordene Lucile am Ende von »Danton’s Tod« ausrufen: »Es lebe der König«.

    Und ergänzend liefert Albert Mues mit seinem Beitrag »Eloquent oder illoquent?« etwas, was es leider nur sehr selten gibt: detailierte Sprachkritik , in diesem Falle zu Mosebachs letztem Roman »Der Mond und das Mädchen«.

    Nebenbei: »Westend« habe ich mittlerweile mal angeknabbert. Die Prosa schmeckt wie nasse Pappe, die bei heißem Sommerwetter auf Stelzen durch eine Ebene aus Käse wandert. Weiter als etwa 20 Seiten bin ich nicht gekommen.

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