Sonntag, 23.10.2005 | 20:14 Uhr

Autor: Regula Erni

Warnung vor Türkenfeindlichkeit

Orhan Pamuk hat am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen. In seiner Dankesrede kritisierte der in seiner Heimat angefeindete Pamuk, dass gewisse Kreise in Europa die Vision eines EU-Beitritts der Türkei zur Stimmungsmache gegen sein Heimatland nutzten. Pamuk, der international bekannte türkische Autor, wurde als Mittler zwischen Europa und der muslimischen Türkei mit dem renommierten Preis ausgezeichnet.

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3 Kommentare

  1. Enis Bastanoglu Says:

    Es ist sehr gefährlich, die Türken in Europa als Stimmungsmache nutzen zu wollen und bei jeder Gelegeheit zu herabwürdigen. Die Türken sind ja meistens als Gastarbeiter gekommen und waren jahrelang nicht organisiert und nicht in der Lage, gegen die feindseligen Behandlungen und Benehmen der angeblichen alten Kriegsfreund sich zu verteitigen. Die Türken fühlen sich von Europäer zu unrecht
    behandelt. Nun mit den neuen Generationen der Türken kommen bald
    die Gegenreaktionen der türkischen Gesellschaft. Die Türken sind immerhin
    eine Volksgruppe, die über 60 bis 70 Prozent aus Jugentlichen unter dreizigjährigen besteht und die sich nun sprachlich und ausbildungsmäsig mit Deutschen vergleichen können. Die Reaktionen werden je nach Stiuationen auf verschiedene Ebenen sein. Es kann sich als eine sehr treue Freundschaft wie die Angehörigkeit an SPD und Grünen und auch als eine langjährige politische Feindschaft wie an Fr. Merkel zeigen. Die Politiker, die
    sich Hoffnung machen, aus aussterbenden rasizitieschen und religiös radikalen Teil ihrer Völkergruppen Stimmen zu erhalten, werden sich eine sehr energische
    und dauerhafte politische Gegner anschaffen.

  2. Oliver Gassner Says:

    Dann dürfte entscheidend sein, ob die Türkei nach einem Beitritt eine ‚zweite Achse‘ mit den Osteuropäischen Staaten bilden kann. Und es fragt sich, was Europa taugt, wenn man es als Spielfeld für Feindschaften auffasst.

    Asien erhebt schon das Haupt und irgendwann wird auch Afrika stark. Können wir uns dann ein Europa leisten, das sich zofft?

  3. Regula Erni Says:

    Nein, das können wir uns jetzt nicht und dann nicht mehr leisten. Allerdings bin ich der Meinung, dass ein Beitritt der Türkei zum heutigen Zeitpunkt nicht ungefährlich für die Einheit Europas wäre.

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