Montag, 01.05.2006 | 03:59 Uhr

Autor: Dostoevskij

Uljana Wolf

Mit Lyrik habe ichs bekanntlich nicht so sehr. Ausnahmen bestätigen die Regel; dann ist es sofort Liebe. Per DeutschlandRadio (mp3) wurde mir Uljana Wolf bekannt, die am 3. April den diesjährigen Peter-Huchel-Preis gewonnen hat. Im Kulturinterview (mp3) des DLR erfährt man Weiteres zur Dichterin, wo auch ihr Debut „kochanie ich habe brot gekauft“ zur Sprache kam. Im poetenladen wird sie, deren Brotberuf übrigens Buchhändlerin ist, vorgestellt; siehe dort die Links zu Gedichten wie aufwachraum I und aufwachraum II. Ein weitere Gedicht ist ‚übersetzen‘. Über ihren Gedichtband am besten satt.org lesen.

„Der Dichtertrick, von dem ich denke, dass er der wichtigste ist, ist: Kürzen, Kürzen, Kürzen. Was ich in Gedichten gar nicht mag oder was ich denke, was durchaus auch schlechte Gedichte hervorbringt, ist Geschwätzigkeit. Wenn man nicht vertraut darauf, dass Lyrik ein Medium ist, in dem jedes Wort für sich eine Bedeutung hat und Klang, Bedeutung, Inhalt, alles Mögliche trägt. Und mehr tragen kann als in der Prosa, mehr über sich hinausgehen kann. Und wenn man diesem Wort nicht traut, sondern noch ein anderes dazu packt oder vielleicht noch ein zweites dazu – damit man merkt: Jetzt ist es wirklich ganz deutlich – ist es meistens schon zu viel.“ (Im DLR-Kulturinterview / mp3)

„Gedichte lesen ist natürlich ein beglückender, aber auch ein schwieriger Vorgang, weil er einfach Arbeit vom Leser erfordert. Also man muss das Gedicht auch immer wieder selbst vervollständigen, wenn man es liest. Und das ist ja auch das Abenteuer daran. Und insofern würde ich schon sagen, dass es auch schwer fällt. “ (Uljana Wolf)

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3 Kommentare

  1. dirk.schroeder Says:

    Mir gefallen aus dem hübschen Bändchen vor allem die Gedichte, bei denen sie’s mit dem Dichtertrick nicht ganz so ernst meint 😉

  2. Friedrich Uehlein Says:

    Sehr geehrte Frau Wolf,
    habe Ihre die Übersetzung von Secret Ministry gelesen, die Sie mit Steffen Popp zusammen gemacht haben.
    Der Titel ist krumm geraten. Schauen Sie doch bitte einmal Coleridges Gedicht Frost at Midnight an, Zeile 1 und 72.
    Mit Grüßen
    Friedrich Uehlein

  3. Oliver Gassner Says:

    Nun ja, dies ist nicht gerade ein Kanal, auf dem Sie Frau Wolf erreichen 😉 Sie sollten das ggf. über den Verlag erledigen 😉

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