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	<title>Kommentare zu: Nick Harkaway: »The Gone-Away World«</title>
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	<description>Von Büchern und Menschen.</description>
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		<title>Von: molosovsky</title>
		<link>http://blog.literaturwelt.de/archiv/nick-harkaway-the-gone-away-world/comment-page-1/#comment-171492</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 17:28:57 +0000</pubDate>
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		<description>Erstmal: Darf ich annehmen, dass der Roman trotz der Herausforderung und Verwirrung unterhielt, Thomas? Wenn ja, dann freut mich das.

Aus der Klemme des Statement-Abgebens ziehe ich mich zuerstmal, indem ich auf die exzellente Besprechung in Herrn Reitersmann seinem Inklusorium verweise:
http://inklusorium.blogspot.com/2008/04/harkaway.html
Dort wird der Roman so verortet:
&lt;blockquote&gt;Ein dekonstruktivistischer Roman &#252;ber, na ja, Dekonstruktion eben. Es wehen allerhand Echos hindurch. Die Basis bildet eine Zusammenkunft britischer SF-Innovatoren, die in den sp&#228;ten 60ern aktiv wurden, die New Wave. Aldiss, Ballard, Moorcock, Harrison. &lt;i&gt;Barefoot in the Head&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;The Committed Men&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Jerry Cornelius&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Atrocity Exhibition&lt;/i&gt; – Standardwerke, die der Autor nat&#252;rlich aufgesaugt hat. Und die in Deutschland bis zum heutigen Tag f&#252;r Irritationen sorgen, sofern &#252;berhaupt noch einer sie kennt. In diese Gegend habe sich viele der heute aktiven SF-Autoren zur&#252;ckorientiert, um dann als „hip“ bewertet zu werden, deswegen die ganzen Vergleiche, die die Engl&#228;nder f&#252;r Harkaways Roman gefunden haben: Neal Stephenson, Jeff VanderMeer, Jasper Fforde, China Mieville usw.
Dieses grunds&#228;tzlich psychedelische Fundament wird erweitert um Motive aus der Neuen Physik sowie um Elemente des Schauerromans, des Kolonialromans, des Coming-of-Age, der Popliteratur, des Kriegsromans. Ein Opus Magnum und ein unverhohlener Durchmarsch durch so ziemlich alles. In kleinen Dosen verabreicht und dann zusammen geschluckt. Die Wirkung ist enorm.&lt;/blockquote&gt;

Mein Senf nun: Kafka und Brecht sind ja Klassiker, die nicht NUR hehre hohe Kunscht verfasst haben, sondern (schon vom pers&#246;nlichen Leser- und Schreiber-Naturell) mit Lust und Laune mit dem *Matsch* der Trivial- (und wie man heute sagen w&#252;rde: Trash-)Literatur gespielt haben. Dort also wie auch hier bei Harkaway: hohes theoretisches und metadingsbums Refexionsniveau schon ja und satt, aber eben auch durch Spasselteln, Ulk und Genre-Formeln knackig mit neuen Kost&#252;men versehen.

Mir gef&#228;llt, Thomas, dass Du das Spiel mit der Lesererwartung und dessen an der Nase herumf&#252;hren besonders anmerkst. Gerade in der Phantastik macht sich -- zumindest meiner Meinung nach -- durch den Hype der letzten Jahre das vorhersehbare Formelhafte breit wie nix. Formelhaftigkeit steht keiner Prosa gut, aber gerade bei dem enormen thematischen und poetischen M&#246;glichkeitsraum, welche so extrem eben nur die (wiederum m.E.) phantastischen Spielarten inne haben, ist Formelrezeptur besonders &#228;rgerlich.

Gerade deshalb also ein Hoch auf Harkaways Deb&#252;t.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmal: Darf ich annehmen, dass der Roman trotz der Herausforderung und Verwirrung unterhielt, Thomas? Wenn ja, dann freut mich das.</p>
<p>Aus der Klemme des Statement-Abgebens ziehe ich mich zuerstmal, indem ich auf die exzellente Besprechung in Herrn Reitersmann seinem Inklusorium verweise:<br />
<a href="http://inklusorium.blogspot.com/2008/04/harkaway.html" rel="nofollow">http://inklusorium.blogspot.com/2008/04/harkaway.html</a><br />
Dort wird der Roman so verortet:</p>
<blockquote><p>Ein dekonstruktivistischer Roman &#252;ber, na ja, Dekonstruktion eben. Es wehen allerhand Echos hindurch. Die Basis bildet eine Zusammenkunft britischer SF-Innovatoren, die in den sp&#228;ten 60ern aktiv wurden, die New Wave. Aldiss, Ballard, Moorcock, Harrison. <i>Barefoot in the Head</i>, <i>The Committed Men</i>, <i>Jerry Cornelius</i>, <i>Atrocity Exhibition</i> – Standardwerke, die der Autor nat&#252;rlich aufgesaugt hat. Und die in Deutschland bis zum heutigen Tag f&#252;r Irritationen sorgen, sofern &#252;berhaupt noch einer sie kennt. In diese Gegend habe sich viele der heute aktiven SF-Autoren zur&#252;ckorientiert, um dann als „hip“ bewertet zu werden, deswegen die ganzen Vergleiche, die die Engl&#228;nder f&#252;r Harkaways Roman gefunden haben: Neal Stephenson, Jeff VanderMeer, Jasper Fforde, China Mieville usw.<br />
Dieses grunds&#228;tzlich psychedelische Fundament wird erweitert um Motive aus der Neuen Physik sowie um Elemente des Schauerromans, des Kolonialromans, des Coming-of-Age, der Popliteratur, des Kriegsromans. Ein Opus Magnum und ein unverhohlener Durchmarsch durch so ziemlich alles. In kleinen Dosen verabreicht und dann zusammen geschluckt. Die Wirkung ist enorm.</p></blockquote>
<p>Mein Senf nun: Kafka und Brecht sind ja Klassiker, die nicht NUR hehre hohe Kunscht verfasst haben, sondern (schon vom pers&#246;nlichen Leser- und Schreiber-Naturell) mit Lust und Laune mit dem *Matsch* der Trivial- (und wie man heute sagen w&#252;rde: Trash-)Literatur gespielt haben. Dort also wie auch hier bei Harkaway: hohes theoretisches und metadingsbums Refexionsniveau schon ja und satt, aber eben auch durch Spasselteln, Ulk und Genre-Formeln knackig mit neuen Kost&#252;men versehen.</p>
<p>Mir gef&#228;llt, Thomas, dass Du das Spiel mit der Lesererwartung und dessen an der Nase herumf&#252;hren besonders anmerkst. Gerade in der Phantastik macht sich &#8212; zumindest meiner Meinung nach &#8212; durch den Hype der letzten Jahre das vorhersehbare Formelhafte breit wie nix. Formelhaftigkeit steht keiner Prosa gut, aber gerade bei dem enormen thematischen und poetischen M&#246;glichkeitsraum, welche so extrem eben nur die (wiederum m.E.) phantastischen Spielarten inne haben, ist Formelrezeptur besonders &#228;rgerlich.</p>
<p>Gerade deshalb also ein Hoch auf Harkaways Deb&#252;t.</p>
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		<title>Von: Thomas</title>
		<link>http://blog.literaturwelt.de/archiv/nick-harkaway-the-gone-away-world/comment-page-1/#comment-171491</link>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 16:29:24 +0000</pubDate>
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		<description>korrigiere: &quot;ein SCHILD vor sich hertragen&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>korrigiere: &#8220;ein SCHILD vor sich hertragen&#8221;</p>
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		<title>Von: Thomas</title>
		<link>http://blog.literaturwelt.de/archiv/nick-harkaway-the-gone-away-world/comment-page-1/#comment-171490</link>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 16:27:43 +0000</pubDate>
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		<description>Bin jetzt fast fertig mit dem Buch. Interessant, interessant... aber auch ein wenig anstrengend. Stilistisch wie eine einzige R&#252;ckblende ohne eine Handlungsebene, aus der heraus die R&#252;ckblende vorgenommen w&#252;rde. Distanziert erz&#228;hlt. L&#228;dt nicht ein zur Identifikation: der Held handelt ja kaum selbst, kommt kaum in Bedr&#228;ngnisse, und wenn sich dies doch nicht vermeiden l&#228;sst, wird das mit einem recht beil&#228;ufigen Gestus geschildert. Eigentlich alles anders gemacht, als man es nach Zuckerman &amp; Co. machen soll. SF, die sich von sich selbst absetzt. Als w&#252;rde der Roman ein Schuld vor sich hertragen: &quot;Seht her, ich behandle irre Zukunftstechnologien und den Untergang der Welt, SF in Reinkultur, aber ich bin nicht SF! Versucht das mal aufzul&#246;sen, muahaha!&quot; Ebenso ein gewollter Nicht-Abenteuer-Roman... Harkaway n&#246;tigt einem metafiktional ganz sch&#246;n viel Diskurs auf - das st&#228;ndige Spiel zwischen Erwartung und deren Brechung. Wie blinde Kuh. Das ist Kopfliteratur, mehr f&#252;r Ratio und Reflexion als f&#252;rs Herz. Literaturtheoretisch Kafka und Brecht im Hintergrund? Erbitte statement von Molo!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bin jetzt fast fertig mit dem Buch. Interessant, interessant&#8230; aber auch ein wenig anstrengend. Stilistisch wie eine einzige R&#252;ckblende ohne eine Handlungsebene, aus der heraus die R&#252;ckblende vorgenommen w&#252;rde. Distanziert erz&#228;hlt. L&#228;dt nicht ein zur Identifikation: der Held handelt ja kaum selbst, kommt kaum in Bedr&#228;ngnisse, und wenn sich dies doch nicht vermeiden l&#228;sst, wird das mit einem recht beil&#228;ufigen Gestus geschildert. Eigentlich alles anders gemacht, als man es nach Zuckerman &amp; Co. machen soll. SF, die sich von sich selbst absetzt. Als w&#252;rde der Roman ein Schuld vor sich hertragen: &#8220;Seht her, ich behandle irre Zukunftstechnologien und den Untergang der Welt, SF in Reinkultur, aber ich bin nicht SF! Versucht das mal aufzul&#246;sen, muahaha!&#8221; Ebenso ein gewollter Nicht-Abenteuer-Roman&#8230; Harkaway n&#246;tigt einem metafiktional ganz sch&#246;n viel Diskurs auf &#8211; das st&#228;ndige Spiel zwischen Erwartung und deren Brechung. Wie blinde Kuh. Das ist Kopfliteratur, mehr f&#252;r Ratio und Reflexion als f&#252;rs Herz. Literaturtheoretisch Kafka und Brecht im Hintergrund? Erbitte statement von Molo!</p>
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		<title>Von: molosovsky</title>
		<link>http://blog.literaturwelt.de/archiv/nick-harkaway-the-gone-away-world/comment-page-1/#comment-171486</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 06:24:43 +0000</pubDate>
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		<description>F&#252;r die Fehler entschuldige ich mich. Ist einer der Gr&#252;nde, weshalb ich aus dem festem Team des Literaturwelt-Blogs ausgestiegen bin: ich habe die Zeit nicht mehr, ordentliche Arbeit zu leisten.

Dass »Die gel&#246;schte Welt« ›fluffig‹ ist, habe ich nicht behauptet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r die Fehler entschuldige ich mich. Ist einer der Gr&#252;nde, weshalb ich aus dem festem Team des Literaturwelt-Blogs ausgestiegen bin: ich habe die Zeit nicht mehr, ordentliche Arbeit zu leisten.</p>
<p>Dass »Die gel&#246;schte Welt« ›fluffig‹ ist, habe ich nicht behauptet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Pontius</title>
		<link>http://blog.literaturwelt.de/archiv/nick-harkaway-the-gone-away-world/comment-page-1/#comment-171485</link>
		<dc:creator>Pontius</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 23:34:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.literaturwelt.de/?p=1534#comment-171485</guid>
		<description>Werter Molo,
nichts gegen verve und engagement beim literaturbesprechen, aber so die eine oder andere genauigkeit bei rechtschreibung und satzbau w&#252;rde ich mir wirklich w&#252;nschen. 
weder der autor noch der leser findet es wirklich klasse wenn diese nebens&#228;chlichkeiten derart daneben sind, dass das lesen zum &#228;rgernis wird. inhaltlich stimme ich dem gesagten &#252;brigens grunds&#228;tzlich zu. allerdings f&#252;rchte ich dass der grundtenor von &quot;die gel&#246;schte welt&quot; doch erheblich weniger fluffig ist, als behauptet.
Mit freundlichem Gruss, 
Pontius</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Werter Molo,<br />
nichts gegen verve und engagement beim literaturbesprechen, aber so die eine oder andere genauigkeit bei rechtschreibung und satzbau w&#252;rde ich mir wirklich w&#252;nschen.<br />
weder der autor noch der leser findet es wirklich klasse wenn diese nebens&#228;chlichkeiten derart daneben sind, dass das lesen zum &#228;rgernis wird. inhaltlich stimme ich dem gesagten &#252;brigens grunds&#228;tzlich zu. allerdings f&#252;rchte ich dass der grundtenor von &#8220;die gel&#246;schte welt&#8221; doch erheblich weniger fluffig ist, als behauptet.<br />
Mit freundlichem Gruss,<br />
Pontius</p>
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