Donnerstag, 14.04.2011 | 22:28 Uhr

Autor: Andreas Schröter

Mordecai Richler: Solomon Gursky war hier

Mordecai Richler: »Solomon Gursky war hier«Für ZEIT-Autor Max Küng ist Mordecai Richlers „Solomon Gursky war hier“ das beste Buch, das er je gelesen hat. Der 640-Seiten-Klotz, der im Original bereits 1989 erschien und nun – wieder – auf Deutsch vorliegt, bietet jedoch vor allem eine anstrengende Lektüre, denn es kommt eine schier unübersehbare Zahl an Figuren vor. Als Leser behält man da nur den Durchblick, wenn man sich einen Wer-ist-wer-Spickzettel macht. Wer diese Hürde nimmt, der erfährt einiges Interessante zum Beispiel über die Bedingungen bei der Arktis-Expedition von John Franklin oder zur Zeit der Prohibition im Amerika der 30er-Jahre.

Grundhandlung: Der versoffene Schriftsteller Moses versucht in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts etwas über den Juden Solomon Gursky herauszubekommen, von dem er besessen ist und über den er ein Buch schreiben möchte. Immer mehr Details über die Gurskys kommen heraus. Dabei geht’s nicht nur um besagten Solomon Gursky, sondern auch um dessen exzentrischen Großvater Ephraim, seine Brüder Bernard und Morrie, die beiden weiteren Generationen sowie eine Vielzahl von Freunden, Bekannten, Verwandten Geschäftspartnern, Frauen, Geliebten und Feinden. Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von über 100 Jahren und zeigt, wie die Gurskys aus dem Nichts ein milliardenschweres Imperium schufen. Immer gehören jüdische Kultur und Tradition zum Subtext.

„Solomon Gursky war hier“ ist kein Roman, bei dem es um eine stringente, lineare Handlung geht, sondern vielmehr um eine Vielzahl von kleinen Geschichten – ein stark mänandernder Roman, der dem Leser einiges an Disziplin und Konzentration abverlangt. Weniger wäre hier möglicherweise mehr gewesen.
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Mordecai Richler: Solomon Gursky war hier (1989).
Liebeskind, Februar 2011.
644 Seiten, Hardcover, 24,80 Euro.

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