Montag, 04.01.2010 | 12:33 Uhr

Autor: Barbara Wenz

Monika Gräfin Metternich. Lob des Sonntags.

Metternich: Lob des Sonntags

Ein ganzes Buch über den Sonntag schreiben? Das ist ein beachtliches Vorhaben, vor allem, wenn kein staubtrockenes Sachbuch, sondern ein eleganter Essay entstehen soll. Glücklicherweise hat sich Monika Gräfin Metternich dieser Sache angenommen, so dass aus dem „Lob des Sonntags“ ein mit fast schwereloser Feder geschriebenes Buch geworden ist, das man – am besten an einem verregneten Sonntag – in einem Rutsch durchlesen möchte.

Die Autorin nimmt uns mit auf ihre Reise in ein versunkenes Reich – das Reich der glücklichen Sonntage unserer Kindheit. Ein Land, in dem der Sonntag bereits am Samstagabend – am Sonnabend eben – begann. Wo es nach Weihrauch, Toast, Schmorbraten, Marmorkuchen oder Bohnenkaffee duftete. Angeregt und amüsiert lesen wir weiter, was den Sonntag objektiv und subjektiv denn nun zum Sonntag macht. Dazwischen Überlegungen zur Natur der Zeit, ihrer Qualität, die Unterscheidung zwischen Fest-Zeiten und profaner Zeit mitsamt einem Exkurs über die Freude des Menschen am Spiel. Wohlgemut und entspannt rüsten Autorin und Leser sich daraufhin zu einer Expedition in die Evangelien auf der Suche nach dem Ursprung und den Wurzeln eines Tages, der Geld- und Machthabern schon immer ein Dorn im Auge war.

Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte zeigt, dass Feudalherrscher, Ideologen, Diktatoren und Turbokapitalisten stets ein Interesse daran hatten, diesen Tag abzuschaffen. Doch der Sonntag macht den Menschen erst zum Menschen, und was als eine poetische Beschwörung von Kindheitserinnerungen begann, endet in einem veritablen Manifest der Autorin für die Schönheit, den Eigenwert, die Unverzichtbarkeit des Sonntags.

Vergessen Sie den Dalai Lama, lesen Sie die Metternich! – hat Manfred Lütz in seiner Rezension ausgerufen. In der Tat – die Zeit ist reif: Wir brauchen solche federleichten, bezaubernden Bücher, die helfen, christliche Lebenskunst wieder neu für uns zu entdecken.

Monika Gräfin Metternich: Lob des Sonntags. Weihrauch, Toast and Honey.
Erschienen im Pattloch Verlag, 2009. 24 Seiten. 14,95 Euro.
Bestellbar direkt beim Verlag hier.

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