Mittwoch, 04.10.2006 | 12:30 Uhr

Autor: Oliver Gassner

Lesen lernen mit Google & der UNESCO

Ohne lesen zu können machen Bücher keinen Spaß, Bilderbücher ausgenommen.

Das der UNESCO angeschlossene „Institute für Lifelong Learning“ (UIL, keiner verrät wie sich das aufschlüsselt), die neue Literarisierungsinitiative der Buchmesse LITCAM (Literacy Campaign) und Google haben sich zusammen getan, um das Lesenlernen zu erleichtern.

Dazu sollen nicht direkt den Endnutzern sondern Lehreren und Erziehern Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen.

Jens Redmer ist der Google Books EMEA-Chef ist der erste der das Wort ergreift und erklärt, dass man sich unter den Partnern und mit lokalen Literarisierungs“agenten“ vernetzt, um diese Informationen untereinander auszutauschen und Informationen fließen zu lassen. Partner sind u.a der deutsche Volkshochschulverband und das Projekt ‚Planet Read‘ in Indien (dem diesjährigen Gastland).

Über Schnittstellen zu Google Books, bei dem man Buchseiten oder ganze Bücher einsehen kann, zu Google Scholar, einer Quelle für akademische Informationen und Google Video (untertitelte Filme, damit die Leute lesen lernen), auch Lehrvideos können natürlich bei Google Video hochgeladen werden. Bei Google Maps kann man Literarisierungsorganisationen nach Land und Region finden. Beim Blogging-Werkzeug ‚Blogger‘ könne sich Lehrende untereinander über Weblogs austauschen und bei Google Groups können Diskussionsgruppen untergebracht werden.

Zu allen diesen Angeboten bietet eine spezielle Seite bei Google eine spezielle Portalseite auf deutsch und englisch bei http://google.de/literacy/

Karin Plötz vom LITCAM-Projekt der Messe bezeichnet Google als idealen Partner für eine globale Initiative dieser Art. Mobile Zugangsgeräte werden nach ihrer Einschätzung in Zukunft den Zugang zu geschriebener Sprache und dem Internet darstellen.

Werner Mauch von der UNESCO freut sich, in dieser Initiative eingebunden zu sein und über das Bewusstsein, das für die 800 Millionen Illiteraten in der Welt erzeugt wird. Seine Institution befasst sich mit unter anderem mit Publikation Ausbildung, Forschung und Dokumentation zum Thema Literarisierung. Das Netz erfüllt für ihn eine wichtige Funktion zur Bündelung der Informationen und seine Institutionen betreibt seit Jahren das Literarisierungs-Netzwerk ‚Aladin‘, dessen Adressen nun bei Google Maps dokumentiert sind. Für ihn ist wichtig, dass in Zukunft weltweiter Zugang zum Netz geschaffen wird und die ‚Digital Divide‘ (Digitale Kluft im Netzzugang). Ein Menschenrecht auf Bildung ist aus seiner Sicht nicht nur für Entwicklungsländer wesentlich sonder auch in Europa und dem Rest der westlichen Welt.

Chris Meade ist vom Book Trust in GB, wenn ich das recht verstehe einem Äquivalent zur „Stiftung Lesen“ in Deutschland. „Uns geht es um das lesen nicht so sehr um Papier“, betont er und ist gespannt darauf, wie sich das Lesen im elektronischen Umfeld entwickeln wird.

Neil McClelland ist Direktor des Britischen National Literacy Trust und betont sowohl auf nationaler als auch auf internationaler ebene die Relevanz des Lesenlernens und freut sich, dass über den Hebel Google noch mehr Leute Zugang zu Materialien und Informationen erhalten werden als das einzelne nationale Initiativen erreichen könnten.

Auf eine Frage aus dem Publikum wird klargestellt, dass das Benutzungsinterface zwar aktuell nur auf englisch oder deutsch ist, dass aber Materialien in allen Sprachen auffindbar sind. Auch sei die Zielgruppe eben nicht der Lernende direkt sondern die Sozialarbeiter und Lehrer.

Ein anwesender Journalist weist darauf hin, dass die Darstellungsmethode der Google-Weltkarte auf der 500 Jahre alten Mercator-Projektion basiert und beispielsweise Grönland größer darstellt als Australien, was sich in Realität genau umgekehrt verhält: „Diese Karte ist ein Dokument des geographischen Analphabetismus, der in der westlichen Welt seinen Ursprung hat.“ „Wir reichen das ans Google Lab weiter“, verspricht Redmer.

Foto von links: Meade, Plötz, Redmer Mauch, McClelland

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2 Kommentare

  1. mowebo Says:

    Das finde ich gut!

    Anmerkung/og: bei sinnleeren Kommentaren erlaube ich mir das Backlink um ein -x- zu ergänzen. So zur Doku 😉

  2. dirk Says:

    Wieso denn? Steht doch eh automatisch rel=nofollow dabei.

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