Mittwoch, 01.06.2016 | 18:17 Uhr

Autor: rwmoos

Harry Popow: Im stillen Park der untoten Seelen

Geister-Staat

Ende der Zwanziger, Anfang der Dreißiger gab es schon mal so eine Phase der Internationalisierung, die die Techniker der Welt näher rücken ließ. Das dauerte nicht lange, dann schwappte das Ganze ins extreme Gegenteil: Der nationalen Einigelung. Die Folgen sind bekannt.

In jener Zeit ehelichte die Tochter eines sowjetischen Fabrikdirektors einen deutschen Ingenieur, der im Auftrag einer amerikanischen Firma in Russland Aufbauhilfe betrieb. In den Kreisen, in denen sich die hübsche, verwöhnte, aber durchaus auch sensible Göre so herum trieb, war es chic, sich einen Ausländer anzulachen.
So folgte sie ihrem persönlichen Lieblingsdeutschen, einem Eric, in das gerade nationalsozialistisch gewordene Berlin und musste sich dort unter ungewohnt dürftigen Umständen als Mutter von vier Kindern durchschlagen.
Tamara – so wird sie im Buch genannt – hat ein Tagebuch hinterlassen, das nun veröffentlicht wurde.
Wie ging es ihr als Russin und Sowjetbürgerin während der politischen Richtungswechsel der Dritten Reiches? Wie hat sie die stalinistischen Anschlussjahre in der Sowjetischen Besatzungszone überlebt. Was hat ihre Arbeit als Übersetzerin in der angeschlossenen DDR so geprägt?
Das alles klang danach, spannend zu werden, und deshalb fand ich das angekündigte Buch lesenswert.

Nun, so aufgetakelt, bleibt leider nach der Lektüre das Fazit, dass das Buch unter falscher Flagge segelt. Das Tagebuch bricht da ab, wo es spannend wird, nämlich mit der Übersiedlung nach Deutschland und besteht im Anschluss aus kaum aussagekräftigen, oft zusammenhanglosen Notizen. Erst im Alter, als die Protagonistin über immer die gleichen Dinge, besonders ihren gesundheitlichen Verfall und die Undankbarkeit der Kinder jammert und sich dabei endlos wiederholt, wird es wieder ein wenig ausführlicher.

Ergänzt werden die Lücken durch Erinnerungswiedergaben ihres ältesten Sohnes, des Buchautors. Doch auch diese Beiträge dienen weniger einer Einordnung im Sinne wirklicher Ergänzung der Tagebuch-Blätter, sondern vielmehr einer Mischung aus Autobiografie dieses Sohnes mit der Nutzung der Gelegenheit zu ausführlichen politischen Stellungnahmen. Er nutzt dabei die Sprache und Denkweise eines ehemaligen Militärs – und genau so ist das Buch dann auch geraten.

Einer Form entbehrt das Werk völlig.
Zumindest bei der Taschenbuchausgabe, die mir vorliegt, wirkt schon die äußere Aufmachung wie durch einen billig in Sotschi gekauften Heizkörper gejagt. Die gute Hälfte der eingefügten Abbildungen hätte man sich schenken können, da man dort ohnehin aufgrund der schlechten Qualität kaum etwas erkennt.
Nicht einmal die Tagebuch-Eintragungen sind 1:1 wiedergegeben. Zwar möchte der Herausgeber respektive Autor gerade diesen Eindruck vermitteln und nimmt dafür das auch nach Jahrzehnten noch recht holprige Deutsch der gefragten Übersetzerin wortwörtlich in Kauf. Andererseits ist die Edition zusammengeschnitten, wie sich allein aus dem Vergleich des gedruckten Textes mit den zwei Fotos der Originaltexte, die in das Buch aufgenommen wurden, ergibt. So verliert selbst die Sammlung der Dokumente in der Veröffentlichung an Authentizität.

Die ganze zweite Hälfte des Buches ist dann lediglich eine Sammlung hingerotzter Denkschnipsel des Autors. Nicht einmal die Mühe eines zweiten Durchlesens scheint er sich gemacht zu haben, denn dieser Teil enthält eine Menge Wiederholungen ganzer Textbausteine – teilweise wortwörtlich. Solche Luschigkeit beleidigt jeden noch so gutwilligen Leser. Über die zahlreichen Fehler, die der unbeholfene Einsatz der WORD-Korrekturprogramme mit sich bringt, breiten wir lieber einmal das Schweigen der Nachsicht. Da sollte man auch mal den Verlag an den Ohren zupfen. Der gleichen Fehlerquelle sind auch andere Merkwürdigkeiten geschuldet. So hat der Autor offenbar mal entschieden, den Namen des Ehemanns der Protagonistin von „Erich“ auf „Eric“ zu verfremden. Das kann man mit drei Mausklicks für den ganzen Text erledigen. Allerdings werden dann auch alle anderen Erichs zur Erics, wie z.B. Eric Honnecker. Schwierig auch die sonstige Benennungen. Seine eigene Identität verfremdet der Autor zu einem „Henry“, was angehen mag, wenn es denn konsequent durchgeführt worden wäre. Doch manchmal ist er eben doch der original „Harry“ oder stilisiert sich gar zu einem „Professor O.“ Sein Bruder hört einmal auf einer einzigen Seite (71) wahlweise auf Igorl, Igorld oder Jegor. Selbst die hochverehrte Frau Cleo heißt plötzlich mal Ingi.
Das alles mag wie Erbsenzählerei erscheinen, doch angesichts dessen, dass der Autor sich zugute hält, zu seiner aktiven Zeit als Militärjournalist auf Qualität geachtet und keine Druckfehler zugelassen zu haben (S. 170), muss er sich an dieser selbst gelegten Latte messen lassen.

Für einen Laien mag solch eine Veröffentlichung angehen. Richtig schmerzhaft aber wird es, angesichts des Journalisten-Diploms, das dem Autor offenbar in der Zone hinterher geworfen wurde. An einer Stelle, gibt er stolz Auszüge aus der Beurteilung seiner Diplomarbeit wieder, ohne zu erkennen, dass das damals politisch offenbar gewollte Lob vergiftet war. Zitat: „Wer den Studien- und Ausbildungsgang des Verfassers über Jahre hinweg verfolgt hat, wird über die streng dispositionelle Gedankenführung und auch über die im ganzen recht ordentliche Meisterung der sprachlichen Formulierung in einem sehr positiven Sinne überrascht sein.“ Da kann auch die Note „sehr gut“, die beste in der Zone erhältliche, nicht darüber hinweg täuschen, dass der Professor offenbar der Meinung war, dass die Arbeit seines Kandidaten im Wesentlichen von einem Dritten zumindest mitverfasst worden war. Peinlich, wenn man diese Zwischentöne auch heute noch nicht bemerkt und das Ganze als Lob in seine Memoiren meißelt.

Um im Folgenden auf diesen Buch-Verschnitt überhaupt eingehen zu können, sehe ich mich veranlasst, das Werk in drei separate Teile zu gliedern:

1.) Die im „Tagebuch“ angeschnittene Geschichte der Tamara hat nach wie vor eine Dynamik, auf die sich einzugehen lohnt.

2.) Ähnliches gilt von der davon scharf zu trennenden Biografie des Sohnes der Protagonistin, also des Autors und Herausgebers des vorliegenden Werkes.

3.) In seinem Hauptanliegen, der Stellungsnahme zur aktuellen Politik und Gesellschaft, kritisiert der Autor zwar nicht unsympathisch, aber doch recht einseitig. Seine dabei aufrechte Haltung verdient, ernst genommen zu werden.

Zu 1.: Das „Tagebuch“

Wie bereits vermerkt, kann als Tagebuch der Tamara eigentlich nur die Zeit von 1932-1935 gelten. Dann gibt es ein paar Eintragungen nach 1949, sowie in unregelmäßigen Abständen Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre. In den Siebzigern werden wieder öfter Eintragungen vorgenommen. Gelegentlich sind auch Briefe eingestreut, die sowohl in Schriftbild (mal kursiv, mal nicht) als auch im Text selbst nicht immer deutlich von dem Tagebuch zu trennen sind. Letzteres liegt daran, dass sich auch die Tagebuch-Eintragungen gelegentlich an reale Personen richten, die quasi imaginär angeredet werden.
In den frühen Eintragungen überrascht die Beschreibung einer unbeschwerten, ja leichtsinnigen Jugend in einem bürgerlichen Milieu, wie man es vielleicht zu Zeiten der Neuen Ökonomischen Politik (1921 bis etwa 1928) aber keinesfalls noch 1932 vermutet hätte. Ihr Leben besteht aus Partys und dem Changieren zwischen ihren diversen Verehrern. Schon in dieser Zeit entdeckt sie ihren Sinn insbesondere für die Interpretation bildender Kunst. Nur einmal kommt ein anderer Ton in dieses Leben, als sie bei einer Reise in den Ural kurz über den Abschied der Zwangsarbeiter nachdenkt, die von hier ab in die Lager geschleppt werden und dort zu Tausenden sterben. Dieser Bodensatz des Stalinismus scheint dem sich im Jugendtaumel lediglich um sich selbst drehenden Mädchen durchaus bewusst gewesen zu sein.

Dieses Leben wird durch die Hochzeit und die anschließende Übersiedlung nach Deutschland inklusive der sich damit verbindenden Mutterrolle dann schlichtweg geköpft.
Damit ist nun auch im Tagebuch erst einmal Pause.

Wir begegnen einer völlig anderen Tamara erst 1949 wieder. Dem überlebten Weltkrieg hat sich ein privater Familienkrieg angeschlossen, an dessen Ende die Scheidung stand. Drei der vier Kinder leben bei ihr, eines beim Vater – warum dieser den Jüngsten zugesprochen bekommen hat, wird nicht verraten. Tamara versucht sich in verschiedenen Liebes-Verhältnissen und fängt an, ihr Los zu beklagen. Sie erlebt ihr Dasein zunehmend als eine Folge verpasster Gelegenheiten. Dieser Grundtenor zieht sich dann auch durch alle folgenden Jahre, wobei die Klagen über das Altwerden, die Einsamkeit und die zerrüttete Gesundheit zunehmend alles andere verdrängen.

Interessant aber sind die farbigen Zwischentöne, die eine Frau mit Talenten abzeichnen. Als Übersetzerin ist sie besonders für das Kunstprogramm russisch sprechender Gäste geeignet. Sie interessiert sich für Zwölftonmusik von Hindemith genauso wie für klassischen Chopin. Sie kann Gemälde beschreiben, wie nur eine sehr, sehr gute Kritikerin und bringt Vergleiche mit durchaus anspruchsvollen Romanen der Weltliteratur an. Sie ist auf der ständigen Suche nach Inspirationen aus Natur, Architektur und Film. Es gab in der Zone vielleicht sieben- bis achthundert Leute, die sich Filme von Pasolini freiwillig angeschaut haben. Tamara gehörte zu ihnen.

Dabei war sie ein völlig unpolitischer Mensch – wenn man von gelegentlichen Seufzern über die Weltlage im Allgemeinen und ein paar politischer Meldungen im Besonderen absieht. Letzteres ist eigentlich nur deshalb erwähnenswert, weil, besonders im letzten Buchteil, der Autor seine Mutter immer wieder als Schutzpatronin seiner eigenen politischen Positionen anruft.
Das hat sie in keiner Weise verdient. Denn auch, wenn sie sich gelegentlich über den Materialismus im Westen auslässt, gehörte sie keinesfalls zu den Frauen, die sich mit dem DDR-typischen, eher schlichten Kleidungs- und Lebensstil zufrieden gaben. Sie ging gern gut Essen, legte Wert auf ein gepflegtes Äußeres und wusste den Duft von Dior zu schätzen. Die meisten Frauen in der Zone wussten gar nicht, was „Dior“ ist – und es wäre ihnen wahrscheinlich auch gar nicht wichtig gewesen. In der Folge war Tamara allerdings auch trotz guter Einkünfte bis an ihr Lebensende ständig verschuldet. Was sie – als Bonvivant – aber andererseits nicht davon abhielt, ihre Enkel nur mit vollem Geschenkekoffer zu besuchen.

Als Übersetzerin hatte sie ganz offensichtlich weniger grammatisches, dafür aber pädagogisches Talent. Warum sie die diesbezüglichen Ansätze nicht zu einem neuen, quasi endlich eigenen Lebensentwurf genutzt und sich statt dessen in diversen Fabriken oder als Aufsicht in Museen verdingt hat, bleibt ihr Geheimnis – und das einer ganzen Generation von Frauen, denen die Gleichberechtigung zwar angetragen worden war, die sie sich aber nicht individuell erkämpft hatten oder wenigstens anzueignen wussten. Die Zone war voll von ihnen. Denn abgesehen vom System Hochschlafen (Margot Honnecker) das man ja auch im Westen kennt (Mohn, Springer, Quandt, Wagner) gab es auch im Osten kaum Frauen, deren Führungsposition sich nicht in der Kindergartenleitung erschöpfte.
Der Rest feierte zum Frauentag Gleichberechtigung, nahm Blumen vom Kombinatsleiter und von Herzen entgegen, besoff sich dann beim „Gemütlichen Zusammensein“ oder rückte wahlweise schon vorher wieder aus: In die Zweitschlacht der regenerativen Tätigkeiten am heimischen Herd.
Auch wenn wir diesen Müttern unser Dasein verdanken – für sich selbst waren sie eine verlorene Generation. Die Hellsichtigen unter ihnen haben sich auch so wahrgenommen – deshalb verliert sich Tamara in den späteren Jahren völlig zu Recht in Selbstzweifeln und Klagen.

Es gibt noch ein paar weitere, nicht so recht ins sonstige Bild passende Zwischentöne:
Da wird sie als Arbeiterin im Betrieb gedisst – offenbar weil sie als Russin, also als kleiner Teil der ungeliebten Besatzungsmacht, wahrgenommen wurde. NICHT während der Nazi-Zeit, nein, zu besten DDR-Zeiten.
Und was ist in der Zone eigentlich aus Sohn Jegor geworden: Abschiebung (wohin?) oder Gefängnis? Bruder Henry weiß es bis heute nicht. Ebenso verschwindet Bruder Boris von der Bildfläche – taucht aber dann doch auf S. 168 als unverhoffter Briefschreiber aus dem Westen wieder auf. Ein angedeuteter Selbstmordversuch wird von der Mutter (die sich ständig mit Selbstmordgedanken trägt) auf das Schärfste verurteilt. Ebenso klarsichtig weist sie ihren Sohn zurecht, er möge für sein verpfuschtes Leben nicht die Umstände, hier also die DDR, verantwortlich machen. Man hat den Eindruck, sie schriebe diesen Brief an sich selbst. Wahrscheinlich hat sie ihn deshalb niemals abgeschickt. Zu Recht steht er nun zwischen ihren Tagebuch-Eintragungen.

Zum Schluss sehnt sie sich nur noch nach dem Friedhof. Endlich, 1984, ist es dann soweit: Tamara stirbt.
Fortan dient sie als Projektionsfläche für ihren ältesten Sohn.

Zu 2.) Die Autobiografie

Während die Erinnerungen von Henry anfangs lediglich die zeitlichen Lücken im Tagebuch der Mutter ergänzen helfen, übernehmen sie merklich die Federführung: Schon nach einem weiteren Dutzend Seiten kehrt sich die Gewichtung um. Die Eintragungen der Mutter ergänzen nur noch ein wenig die Erinnerungen des Sohns, insbesondere wenn Letzterem darin gedacht wird.
Dabei wäre diese Biografie durchaus als eigenes Thema lesenswert. Die entsprechenden Passagen schreibt der Autor flott und flüssig. Man freut sich mit ihm, dass er in der Liebe Glück gehabt hat und in seiner Arbeit von einer Frau unterstützt wurde, die mit einiger Intelligenz die Familie zusammen hielt. Ihr wiederum scheint er ein zuverlässiger und treuer Lebensgefährte gewesen zu sein. Das Hohe Lied auf seine Partnerin klingt in diesen und späteren Passagen auch immer wieder auf. Hier hat das Werk auch seine starken Seiten.
Beruflich hatte der Autor weniger Glück. Nachdem er eine viel versprechende Lehre als Bergmann wegen zugegebener Dünnbrettbohrerei aufgegeben und statt dessen – wie in der Zone üblich – durch die Beziehungen des Vaters Besseren einen Studienplatz als Geologe weggenommen hatte, fällt er irgendwann eine erste eigene Entscheidung und geht zu der paramilitärischen Gruppe, aus der später die NVA gegründet werden wird, der KVP.

Für Außenstehende: 1948, im Oktober, begann die Sowjetische Administration mit dem Aufbau kasernierter Teile der Volkspolizei.
Am 16.03.1951 gründete man im Westen den Bundesgrenzschutz (BGS), ebenfalls als paramilitärische Einheit.
Daraufhin wurden auch im Osten die paramilitärischen Einheiten legitimiert und am 01.07.1952 die KVP (Kasernierte Volkspolizei) als eigene Organisation gegründet.
Natürlich betonten beide Seiten langnasig, dass das Ganze nichts aber auch gar nichts mit einer Armee zu tun habe.
Am 05.05.1955 wurde dann in der Bundesrepublik unter schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen (SPD war dagegen) die Bundeswehr gegründet, die Personal aus dem Bundesgrenzschutz (und Wehrmacht) übernahm, aber trotzdem eine eigene Neuschöpfung war. Der BGS blieb separat davon bestehen.
Am 18.01.1956 wurde aus der KVP (und Resten der Wehrmacht) die NVA, die Nationale Volksarmee der DDR geformt. Offene Auseinandersetzungen fanden hier nicht statt. Kritiker aus den Reihen der einfachen Bevölkerung wurden in den Zeitungen namentlich erwähnt und als Konterrevolutionäre gebrandmarkt.
Es war für mich immer seltsam, wenn NVA-Angehörige Dienstjubiläen feierten, die länger als die gesamte NVA zurückreichten. Ein eigentlich recht sympathischer Oberstleutnant, den ich 1982 zu vorgerückter kornhaltiger Stunde befragte, wie es denn heute zu seinem 30jährigen Dienstjubiläum käme, bedauerte, dass die Zeiten vor 1945 nicht auch noch mitgerechnet würden – schließlich habe er es da schon zum Oberfeldwebel gebracht gehabt.
Henrys Dienstzeit beginnt im November 1954. Von dort an wird auch er künftige Jubiläen berechnen.

Schon dumm, wenn die erste wirkliche eigenen Entscheidung keine wirklich intelligente Entscheidung ist. Aber während er – ebenso wie seine Pendants im Westen – fortan fleißig potentielle Mörder ausbildet und dabei Jahr um Jahr seines Lebens in die Tonne kloppt, reift in ihm dann doch noch ein zweiter eigener Entschluss: Er will sich dem System immanent entziehen, indem er als Reporter zu einer Militär-Zeitschrift wechselt. Der Trick gelingt, und zur Belohnung hat Henry nun ein Berufsbild, mit dem er sich besser identifizieren kann. Die Jahre beim Kommiss haben auch noch nicht das ganze Resthirn aufgefressen und so schließen sich hier und da wieder ein paar Synapsen neu und Henry wird zu einem „kritischen Journalisten“ – soweit das unter solchen Bedingungen überhaupt möglich war. Zu wirklicher Kritik reicht es dann doch nicht, und noch im Herbst 1989 – draußen war schon alles im Umbruch – stellt er sich einem Parteiverfahren, weil sein cleveres Töchterchen in den Westen abgehauen war. Nein, es wäre keine politische Entscheidung gewesen, die das Mädchen dazu veranlasst habe, sondern lediglich „die Liebe“. Und er habe auch keinen brieflichen Kontakt mehr zu ihr, sondern lediglich seine Frau und Kinder hätten einen solchen.
Irgendwo im Hintergrund krähte ein Hahn.

Jetzt wird es spannend: Wie kommt der System-Verkäufer, als der Henry angestellt gewesen war, mit seiner eigenen Rolle in der Vergangenheit zurecht? Welche Einsichten wird er in Hinblick auf sich selbst formulieren? Welche Gespräche wird er mit Oppositionellen und mit den bisherigen Mitstreitern führen?
Aber da schweigt der Held. Außer ein paar Notizen über das Ausprobieren neuer Berufsfelder, dem Schreiben von Werbe-Katalogen z.B. kommt nichts. Wirklich nichts. Leider.
Man erfährt ein wenig Privates: Den Umzug nach Schweden zum Beispiel, weil dort bezahlbares Eigentum möglich war. Das klingt doch auch nicht schlecht: Experimentierfreude, Einlassen auf eine andere Gesellschaft, eine andere Sprache, anderes Denken, anderes Sozialgefüge. Man wird noch einmal neugierig.
Aber dann erfährt man kurz darauf schon wieder vom Rückzug nach Deutschland, ohne auch nur einer Spur von Begründung. Nunmehr wohnt Henry mit seiner Frau am Müggelsee, gar nicht mal in schlechter Lage. Ungewollt witzig ist die Vehemenz, mit der sich der ehemalige NVA-Protagonist nun gegen Fluglärm über’n Müggelsee wendet und den bürgerbegehrenden Kampf gegen die Beeinträchtigung der Ruhe seiner Laubenlandparzelle als Widerstand gegen das kapitalistische System hochstilisiert. Ob er in seiner NVA-Zeitschriften-Zeit auch nur einmal einen Gedanken über einen Artikel wegen Lärmbelästigung durch Flugbewegungen von NVA und Roter Armee gehabt hat? Wenn ja, hat es dieser Gedankenflug leider nie zu einer Landung gebracht. Ich habe die Tiefflüge über die Neuruppiner Heide ebenso kennen gelernt wie später die über das Altmühltal. Die Unterschiede der Zeichen am Heckflügel waren dabei für mich nicht wirklich das Problem.
Wer unbedingt Krieg spielen will, soll sich an den Rechner setzen. Wer unbedingt eine Uniform braucht, gehe zur Heilsarmee. Und der alte Mann am Müggelsee möge ohne Fluglärm seinen Feierabend verleben. Ihm sei seine tiefflugfreie Zone vergönnt!

3. Der Politisierer

Die Klammer um das Buch bildet das Kriegerdenkmal in Berlin Treptow. Offiziell soll es an die Gefallenen erinnern. Da Stalin den Fall Berlins listigerweise zu einer Art Wettkampf seiner Generäle Schukow und Konew ausgelobt und als Zielvorgabe den heiligen Ersten Mai ausgegeben hatte, kam es auf den letzten Metern noch zu einem anfragbaren Opfer an Menschen. Beide Seiten verloren in der Schlacht um Berlin je um die 90.000 Krieger. Die musste man im Anschluss irgendwo beerdigen und was lag den Siegern näher, als dieses Grabgelege später mit einem entsprechenden Denkmal zu versehen? Da Stalins Hofbildhauer Jewgeni Wutschetitsch (von dem auch das bekannte Monument „Schwerter zu Pflugscharen“ stammt) ähnlich größenwahnsinnig arbeitete wie Hitlers Arno Breker, geriet das Ganze im Treptower Park zu einer Siegessäule bedenklichen Ausmaßes. Es wundert ein wenig, dass der ansonsten durchaus kunstsinnige Autor diese Bildersprache verbal anders, nämlich als friedlich trauernde Bescheidenheit interpretiert. Dennoch wallen in ihm genau die Gefühle auf, die eine solches Monument erwecken soll: Schon ab Seite 7 träumt der alte Stratege zurück, und zwar von Waffen, die „denen Einhalt gebieten, die von einem neuen Ostlandritt träumen“. O lala! Wird dann wieder „Bombe mit Bombe vergolten“? Wäre es für ihn kein Problem, wenn die Tiefflieger über jenem Platz, wo er nach Feierabend gräbt, einen roten Stern trügen?

Kern der kreuz und quer verlaufenden Repliken des letzten Teils ist der Tenor: Die Ereignisse um und nach 1989 waren zumindest im Effekt eine Konterrevolution. Die DDR und die hinter gelagerte Sowjetunion waren großangelegte Projekte einer besseren Gesellschaft, die zwar vor Fehlern strotzte, die man aber doch wieder auflegen sollte. Man kenne ja die Fehler jetzt und würde sie deshalb nicht wiederholen.

Der Feind des Menschen sei das Kapital.
Dabei greift er den Denkfehler vieler Linker auf, die „das Kapital“ (oder entsprechende andere Begriffe wie „das System“) personalisieren. Sie könnten genauso gut auch vom Teufel sprechen – dann wäre das Problem genau so klar bzw. unklar. Dummerweise gibt es nämlich „das Kapital“ nicht als handelndes Subjekt. Dagegen finden sich oft reiche und durchaus nachdenkliche Menschen, denen – wie weiland Friedrich Engels – durchaus an einer Verbesserung der Gesamtsituation gelegen ist. Und es gibt viele Arme, deren Gier mehr noch die Dinge in Bewegung setzt, als es das tatsächlich vorhandene Kapital leisten könnte. Schulden z.B. kann man als in Zahlen ausgedrückte Gier verstehen.

Die Probleme, die der Autor anspricht, die ihn bis zur Verzweiflung stören, und die er gelöst sehen will, sind ja wirklich da: Das Hauptproblem in unserer westlichen Gesellschaft ist auch meiner Meinung nach die immer mehr auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich. Ein Unterproblem davon ist die Frage des Eigentums an Grund und Boden. Allein, dass es im sonst alles regulierenden Deutschland darüber nicht einmal handhabbare Statistiken gibt, sagt schon ziemlich viel aus.
Das zweite große Problem ist die Bildungsungerechtigkeit.
Die ständige Produktion von Waffen und die Umweltfragen sind tertiär, müssen aber auch unbedingt in einen tragfähigen Konsens gebracht – ach was rede ich, sie müssen eigentlich erst einmal ernsthaft angegangen werden.
Alle anderen, die durch die Schlagzeilen und anderweitig gejagt werden, wie Flüchtlinge oder Terroristen sind Folgen dieser großen Fragen.

Wenn sich der Autor aber regelmäßig über den Unsinn aufhält, der so im Fernsehen gesendet wird, kann ich ihm auch nicht helfen. Fernseher abschaffen ist da die einfachste Lösung. Statt dessen stellt er sich noch einen großen Flachbildschirm auf den besten Platz ins Wohnzimmer. Soviel Masochismus muss denn doch sein.

Nun diese Fragen, diese Klagen, in allen Ehren – aber da als Alternative eine Art DDR 2.0 ins Spiel zu bringen … sorry, da verkleistert die Erinnerung wohl zusehends.

a) Schere zwischen Arm und Reich.
Die war im real existierenden Sozialismus tatsächlich geringer. Mehr oder weniger waren alle arm. Man erinnere sich: Als alles zusammenbrach, neidete man einem Kurt Mittag, dass er auf Kosten des Staates Urlaub gemacht habe … in Graal-Müritz! Das hätte im damaligen Ausbauzustand ein Helmut Kohl nicht einmal mit seinem dicken Hintern angeschaut. Sich aber Reisen in ferne Länder leisten zu können – davon träumte auch Patronin Tamara. Wer solche Träume nicht träumen will – nun der kann gern wieder in Graal-Müritz in der Ausbaustufe eines FDGB-Heims urlauben. In diesem heutigen Staat muss keiner, der auch nur einen Antrag ausfüllen kann, an Hunger oder Obdachlosigkeit leiden. Das Problem ist: Viele sind mit den Anträgen schon überfordert. Oder bringen die Initiative nicht auf, sich helfen zu lassen. Aber das ist ein Problem der Menschen und ihres freien Willens, nicht des Staates. In der DDR wurde solchen Menschen oft gewaltsam geholfen. Manchen war das wirklich eine Hilfe. Andere empfanden es als Zwang. Wieder andere lebten auch im Arbeiter- und Bauernstaat in zerfallenen Häusern ohne Wasser und Strom. Nur wurde nicht darüber geschrieben – und in gar keinem Fall in NVA-Zeitschriften.

b) Bildungsungerechtigkeit.
Es scheint dem Autor völlig entgangen zu sein, dass in der DDR viele jungen Menschen bildungsdiskriminiert wurden, weil sie sich nicht politisch vereinnahmen ließen. Noch in den letzten Monaten dieses Unrechtsstaates wurden in Berlin Schüler und Schülerinnen der EOS (einer Art Gymnasium) verwiesen, weil sie sich politisch „falsch“ geäußert hatten. Anderen wurde der Zugang zum Studium verwehrt, weil sie sich nicht für mindestens drei Jahre in jenem Verein verdingen wollten, dem der Autor seinen Lebensunterhalt verdankte. Wer nicht der FDJ (der Nachwuchsorganisation der SED) angehörte, hatte vielerorts gar nicht erst die Möglichkeit, eine weiter führende Schule zu besuchen. Auch die Schiene „Berufsausbildung mit Abitur“ blieb dann verwehrt und der Abendschule wurde man verwiesen. Bildungsgerechtigkeit also nur für System-Immanente. Das waren damals die politisch Kompatiblen. Heute sind es die finanziell Kompatiblen. Die Wahl steht zwischen Pest und Cholera. Der Autor plädiert stark für Pest. Ich möchte beides nicht.

Dass der Sozialismus ein genau so gestörtes Verhältnis zu Waffen und deren Verbreitung hatte wie die heutige Gesellschaft, steht völlig außer Frage. Man braucht nur ein beliebiges sowjetisches Waffensystem und dessen Verbreitung nachzuschlagen. Die Mär von der friedensliebenden Sowjetunion hat sich ja wohl endgültig zerschlagen. Mittlerweile räumt sogar einer der Helden des Autors ein, dass die Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkriegs dreimal soviel Panzer hatte, wie Deutschland. Der gemeinsame Angriffskrieg auf Polen 1939, die Annexion baltischer Staaten und von rumänischen, polnischen und anderen Gebieten 1945/46, die Zurückeroberung der Tschechei von den Tschechen 1968 (unter mittelbarer Beteiligung der NVA), der Versuch der Eroberung Afghanistans 1979 (nachdem der dort gar nicht lebende afghanische Kommunist Babrak Karmal die SU angeblich um Hilfe gebeten hatte) – alles nicht mehr relevant?

Zwei Sätze möchte ich auch über den viel beschworenen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft der DDR verlieren: Wenn man viele Dinge nicht offiziell kaufen kann, ist es notwendig, Beziehungen zu pflegen. Dies zeigt den merkantilen Charakter der Bevölkerung noch viel deutlicher als das neutrale Begleichen der Schulden mit Geld.

Der Zusammenbruch von arbeitskräfteintensiven Betriebsstrukturen war nicht vom bösen Kapital (respektive dem Teufel) gesteuert, sondern durch die Entwicklung der Produktionsmittel unvermeidlich geworden. In der BRD war dieser Vorgang schon weitgehend abgeschlossen. Auch dort waren die Betriebe mit vielen tausend Arbeitskräften entweder umstrukturiert worden oder untergegangen. Nur eben nicht erst 1989-1992 sondern zehn, fünfzehn Jahre eher. Auch hier hat man daraufhin unter anderem den Zusammenbruch der durch die gemeinsame Arbeit entstandenen Beziehungsstrukturen beklagt (unter andern F.-J. Degenhardt in seinen Liedern). Ein Nebeneffekt ist der Bedeutungsverlust der Gewerkschaften gewesen.

Differenzierter ist sicher der Untergang der Ostdeutschen Industrie zu bewerten. Da hätte Einiges bestehen können. Aber WER bitte hätte für einen solchen Betrieb die Verantwortung übernommen? Alles Unternehmerische war den DDR-Bürgern aberzogen worden. Dummerweise wurde Detlev Rohwedder, der erste Chef der Treuhand, der noch was hätte richten können, von der RAF (die von der DDR ja zumindest indirekt unterstützt wurde) wie ein Stück Freiwild abgeschossen. In der Folge wollte kein ehrlicher Manager diesen Job. So hielten Greuel und Bestechlichkeit Einzug. Das lag nicht „am Kapital“. Das lag an Menschen und deren unglücklichem Zusammenspiel.

In der DDR gab es auch Einiges, an das engagiertere Politiker mit größerer ideologischer Neutralität hätten anknüpfen können: Altstoffverwertung, Kinderbetreuung, Öffentlicher Nahverkehr, Betonung der Schiene, Duale Bildung wurden unnötig vernachlässigt bzw. mussten teilweise erst wieder neu erfunden werden. Anderes muss erst in Zukunft wieder neu erarbeitet werden. Aber das alles kann nicht einmal ansatzweise einen Staat rechtfertigen, der die eigenen Bürger als Gefangene genommen und eingemauert hat.

Noch einmal: Die Kritik an den jetzigen Zuständen, die Harry Popow – oder wie immer er sich nennen will – vorbringt, ist richtig und gut. Dass er dieselben Maßstäbe nicht an die DDR angelegt hat, ist auch noch verzeihlich: Er gehörte ja, wenn auch in bescheidenem Ausmaß, zu den Profiteuren des Systems. Und wer stellt sich schon gern hin und verkündet: Ich habe den groß Teil meines Berufslebens wenngleich guten Willens an der Unterdrückung von Menschen mitgearbeitet? Was wirklich verblüfft, ist aber die Tatsache, dass er dieselben Maßstäbe HEUTE immer noch nicht an die DDR anlegt, sondern letztere im Nachgang verklärt.
Der heute und hier existierende Staat „Bundesrepublik Deutschland“ und das westliche System, in dem er interagiert, hat viele Schattenseiten und auch eine Menge hässlicher Fratzen. Aber es ist immer noch ein weitaus besseres System, als es die DDR je war und je hätte werden können.

Merkwürdig oft bezeichnet der Autor die Harmonie mit seiner eigenen Meinung als „intelligent“, indes alles andere für ihn wahlweise strunzdoof, absichtlich verdummend oder gar bösartig reaktionär ist. Nun ist es aber definitionsgemäß ein Kennzeichen von Intelligenz, dass sie begrenzt ist. Das heißt, dass zwar Beschränkungen, die unterhalb des eigenen IQ liegen, klar erkannt werden können. Dass aber eben Zusammenhänge, die oberhalb der eigenen Erfassungsmöglichkeit liegen, nicht verstanden werden. In der Regel werden diese dann ebenfalls als dumm abgetan. Somit hält man nur Leute für intelligent, die ungefähr die gleiche Erfassungsmöglichkeit und -strategie besitzen, wie man selbst. Denn sich selbst hält ja fast jeder für absolut intelligent – höher intelligente Strategien sind einem ja schlichtweg nicht zugänglich, man kennt sie einfach nicht.
Sogar diese eben beschriebene Grundwahrheit zu erfassen, bedarf es einer gewissen Intelligenz. Die wiederum macht dann aber ein wenig bescheidener. Vielleicht sind die Menschen, die die Dinge anders sehen, nicht unbedingt dumm oder verblendet. Sie sind möglicherweise gar intelligenter als ich. Ganz sicher aber ist: Sie haben andere Lösungsstrategien für ihr Leben aufgebaut. Wenn ich nun meine Strategien für nachahmenswert halte, muss ich für sie werben, muss Mehrheiten suchen, finden, gestalten und dann auch halten. Das aber ist ein langer, ein sehr langer Weg. Er wird sicher zu einer sozialeren Gesellschaft führen. Diese wird – da bin ich mit dem Autor übrigens einig – kommen. Denn wenn wir nicht zügig die ganze Menschheit und vieles weitere Leben vernichten, wenn die Menschheit also die nächsten 50 Jahre überlebt, wird sie sich schwer zum Positiven ändern. Aber bis dahin ist es ein langer, ein sehr langer Weg. Bis zu einer langfristig friedlich gestalteten Gesellschaft rechne ich noch dreihundert Jahre. Wenigstens 250. Und das Kontraproduktivste – oder soll ich sagen das Reaktionärste? – sind Wege, die darauf basieren, dass Einzelne „wissen, wo’s lang geht“ und den Rest zum Glück zu zwingen suchen.

Der seinerzeit so funktionierende Kommunismus hatte keine Fehler. Er war ein Fehler. In solch einem System konnte eine sensible Seele wie Tamara niemals glücklich werden. Anderen scheint die DDR als Geister-Staat aber immer noch als Heimat zu dienen.

Tüchersfeld, den 31.05.2016

Reinhard W. Moosdorf

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