Donnerstag, 09.03.2006 | 22:02 Uhr

Autor: Odile

Die Geschichte vom Prinzen Genji. Eine Lektüre (1)

Den verwickelten Liebes-Abenteuern des Prinzen Genji zu folgen, ist für heutige EuropäerInnen nicht einfach – wer aber gerade in „klassischer“ Stimmung ist oder einen Aufenthalt in Kyoto plant, der sollte dennoch einmal zum Genji-Monogatari, der Geschichte vom Prinzen Genji, greifen. Dieser altjapanische Liebesroman aus dem 11. Jahrhundert, verfasst von der Hofdame Murasaki Shikibu, gilt als Höhepunkt der klassischen Erzählprosa der Heian-Zeit (794-1185). Er wird gerne und häufig zitiert, aber wie oft wird er tatsächlich gelesen? Die zahllosen Nyogo und Koi, Kandachime und Denjobito, Minister zur Rechten und Minister zur Linken verwirren den Verstand. Dazu später mehr.

Die relativ lose miteinander verbundenen Kapitel spielen im idealisierten höfischen Milieu, die meisten davon am kaiserlichen Hofe von Heian-kyo (heute Kyoto). Die Reihenfolge der Kapitel scheint nicht genau festzustehen, von einem existiert nur die Überschrift, das wirklich Spannende müssen sich die LeserInnen selber denken, die komplizierten Beziehungsgeflechte am Hofe erfordern fast schon detektivischen Spürsinn und wir fragen uns: War dieser Roman ein Hypertext? ;))

Murasaki Shikibu, Genji-Monogatari. Die Geschichte vom Prinzen Genji. Manesse Verlag, 1966. (Vergriffen. In Bibliotheken noch ausleihbar.)
Es gibt auch eine neuere Ausgabe in der Reihe Insel-Taschenbücher.
Fortsetzung folgt

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2 Kommentare

  1. mature Says:

    mature-woman

  2. Asiatischer Mann Says:

    Ich lese zur Zeit den zweiten Band von der Geschichte Prinzen Genjis. Nach dem Lesen des ersten Band war ich mit der Schönheit und den Gefühlen der Figuren sehr begeistert; abgesehen davon, dass für die Leser die verschiedenen Hofränge und zahlreiche Namen der Figuren nicht leicht zu verfolgen sind, ist der Roman mir wunderschöne Blüte der Poesie. Ich habe den ersten Band auf Chinesisch gelesen, und jetzt den zweiten Band aber auf Deutsch, finde ich die deutsche Übersetzung nicht schlechter als die chinesische. Dank der guten deutschen Übersetzung können die deutschen Leser den wunderbaren Roman richtig genießen.

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