Donnerstag, 10.11.2005 | 16:51 Uhr

Autor: Oliver Gassner

Die Dschungel. Anderswelt. Vortrag Alban Nikolai Herbst bei ‚Literatur und Strom‘

Albans WEBLOG- Vortrag beginnt gleich um 17:00 und wird genau ab dann auch bei Die Dschungel. Anderswelt. verfügbar sein, so dass ‚das Netz‘ live mitlesen kann. (Ich update dann diesen Eintrag und poste das Link.)

http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/1140052/

Alban nikolai herbst

Ein paar wesentliche Punkte:

IMG_3010* Blogs sind Gruppenprojekte
* Blogs sind (über Software) extrem vermittelt, wirken aber unvermittelt
* Blogschreiber machen sich selbst zur (Roman-)Figur
* Hauptthese: ‚Im Kommunikationsraum des Internets realisiert sich Literatur: Dichtung‘.
* Sie gewinnt die Möglichkeit der Welterklärung (Mythos) zurück.
* Der Leser, der dem Weblog-Autor begegnet, glaubt, einer Romanfigur zu begegnen.
* Wirklichkeit durch Verstellung zu sich bringen / verklären.
* Das Netz erhöht das Wissen des Menschen über sich selbst und lenkt seinen Blick auf sich selbst zurück.
* Inhalt ist dynamischer Prozess.

Diskussion:

* waren ‚abfall für alle‘ und ‚Null‘ startpunkte für literarische weblogs?
* Wie beeinflusst das Bloggen das Schreiben?
* Wie soll eine printpubllikation des Blogs aussehen – die geplant ist.

Trackback: http://blog.literaturwelt.de/archiv/die-dschungel-anderswelt-vortrag-alban-nikolai-herbst-bei-literatur-und-strom/trackback/

9 Kommentare

  1. Odile Says:

    Blogs sind Gruppenprojekte: das musst du ein „kann“ dazu setzen.
    Es gibt auch unzählige Blogs, die kein Gruppenprojekt sind, auch nicht durch irgendwelche im Hintergrund laufenden Diskurse und Dialoge
    denke ich jedenfalls

  2. ANH Says:

    Ich hab auch nie gesagt, Blogs seien Gruppenprojekte; das steht auch im Vortrag nicht drin (Sie können das ja nachlesen); sondern: es gibt ein p a a r Blogs, die es sind. Auf die – unter anderem – bezieht sich ein kleiner Nebenweg meines theoretischen Versuches. H i e r können Sie ihn einsehen.

  3. Oliver Gassner Says:

    Ich kenn relativ wenigle Leute dei sich ihre Blogsoftwre selbst schreiben und sie auf eigenem Server betreiben 😉 – so gesehen hat Alban immer recht.

    Und Blogs funktionieren ja auch nur mit den Kommentatoren (als Blogs) oder mit der Linksphere. Und so.

  4. ANH Says:

    Nö, sie funktionieren auch anders, wie Buschheuer trefflich zeigt, bei der es eben k e i n e Komentarmöglichkeit gibt. Nur ist das eben kein Literarisches Weblog, sondern eines, das Literatur publiziert. Ein Literarisches Weblos publiziert Literatur und i s t Literatur. Aber ich mag mich nicht wiederholen.

  5. Odile Says:

    na also da oben steht doch, bei einige wesentliche punkte:
    „Blogs sind Gruppenprojekte“.
    Von literarischen Weblogs steht da nichts;)
    und was du sagst OG, dass Blogs nur über mit den kommentaren funktionieren, ist vielleicht ideal, aber das stimmt auch nicht immer.
    Es gab schon welche, die einen Hype auslösten … in der normalen mediensphäre.
    odile

  6. Eddie Says:

    Ja, so ist das: die Leute schreiben was in ihre Blogs und ein Kommentar weiter wissen sie schon nicht mehr was sie geschrieben haben. Blogs können auch Gruppenprojekte sein. Aber laut Gassner hat ANH ja auch mit dem recht, was er nicht geschrieben hat. Und der Gassner mit seinen dauernd vielen Tippfehlern könnte sich ruhig ein wenig mehr Mühe geben, wenn er schon in zig Gruppenblogs mitschreiben muß. Jedes Blog als Kladde zu benutzen, macht den Blogleser nur aggressiv. Mich jedenfalls. Wann immer mir sein deutsch/englisches Gekritzel vor die Augen kommt. Und zu schreiben, Blogs funktionieren nur mit Kommentatoren, ist doch Dünnpfiff. Einfach mal die eigene Blogroll anschauen. Blogsoftware selbst schreiben? Eigenen Server betreiben? Was hat das mit Gruppenblog oder kein Gruppenblog zu tun?

  7. Oliver Gassner Says:

    @ eddie

    Es gibt keine Leseverpflichtung. Ich wüsste nicht, dass ich jemand zwinge, auch nur eine Zeile von mir zu lesen. Und ich mach gern alle Tippfehler, die zu finden sind, weg. Manche Live-Blog-Tage fangen halt an, wenn schon ganze Arbeitstage durch sind. Sie können ja vorbeikommen und heute von 17 bis 24 Uhr fehlerfreie und dem deutschen Reinheitsgebot entsprechende Blogeinträge produzieren. Laptop mitbringen, Strom und Netz sind da. 😉

    Merke: Mosern ist leichter als bessermachen.

    Und das mit der Gruppenarbeit erklärt sich bei Lektüre des Vortrags; der steht online. So wie Filme u.ä. Gruppenanstrengungen sind, sind es auch Netzprojekte. Manchmal sichtbar; meist unsichtbar.

    Und dass es Blogs ohne Kommentare gibt, weiß ich. Interssanterweise sind es (oft) grade die meistbesuchten. Und ich hab ja auch auf Linksphere erweitert. Ein Blog, das keinerlei Anzeichen von Feedback irgendwo im Netz erzeugt, scheint mir nun wenig ‚funktional‘.

  8. dirk Says:

    Im Unterschied zum Briefroman, zum Hörspiel, zum Bühnenstück usw., wo der Leser, Hörer, Zuschauer weiß, dass der Autor alle Rollen geschrieben hat, und der Collaborative Fiction, wo er weiß, dass das nicht so ist, ermöglichen Leserkommentare ein hübsches Verwirrspiel. Der Autor kann, unter anderen Namen, selbst ergänzen, mitkommentieren, bis hin zur Gegenrede, und niemand kann sich sicher sein, wo nun der Text des (Blog-)Autors endet, wo echte Dritte beitrugen und wie echt die vor sich selbst waren. Auch kann man mehrere Blog unter verschiedenen Namen führen, die, zum Beispiel, im Streit liegen.

    Die Frage, wann es unter der Einwirkung wirklicher Anderer vom offenen Werk zum Materialhaufen kippt, wird die erfolgreichen Projekte immer wieder vor die Wahl zwischen Resignation (das Experiment untergehen lassen) und gewaltsame, formende, ‚zensurhafte‘ Einmischung (das Werk nicht kaputt machen lassen) stellen. Die Gefahr des Scheiterns (aus Leserperspektive) ist hoch – weshalb es eben wenige (risikobereite) offene literarische Blogs (u.ä.) gibt und viele literarische Kränzchen und viele bloße Literaturpublikationen.

  9. ANH Says:

    Es wird ein Wechselspiel aus Eingriff und Zulassen nötig sein: jemand wird dirigieren müssen (da Orchestermusiker aus naheliegenden Gründen nicht die gesamte Sinfonie hören können; trotzdem müssen sie ja „richtig“ spielen); aber das Dirigat könnte zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten von verschiedenen Protagonisten übernommen werden. – Damit so etwas funktioniert, muß auch das Ideal einer zumindest ähnlichen Bildung und eines zumindest ähnlichen Sprachgefühls gegeben sein.

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