Samstag, 14.01.2006 | 17:28 Uhr

Autor: Christian Köllerer

Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie. Fegefeuer (Faber & Faber)

In vieler Hinsicht setzt das Purgatorio die Hölle fort: Während die Höllenkreise trichterförmig ins Erdinnere verlaufen, sind die sieben Kreise des Fegefeuers spiegelbildlich auf einem Berg angeordnet. Das eigentliche Purgatorio beginnt bei der Hälfte des Berges, den der Held immer noch in Begleitung Vergils besteigt. In der unteren Hälfte befindet sich das Antipurgatorio, in dem Sünder, die aus diversen Gründen zu spät bereuten, auf den Einlass ins Fegefeuer warten.
Die Läuterung der Sünder erinnert ebenfalls an die Hölle. Zugegeben, die Strafen sind cum grano salis weniger brutal. Dazu kommt eine – in der ewigen Verdammnis unnötige – didaktische Komponente: Den Büßenden werden Beispiele tugendhaften Verhaltens vor Augen geführt, passend zur eigenen Lasterkategorie versteht sich. Die Stolzen etwa dürfen sich an Marmorbildern (die bildende Kunst hält Einzug!) ergötzen, die Szenen der Demut zeigen. Die Zornigen werden mit Sanftmutsvisionen geplagt …
In den sieben Kreise des Purgatorio trifft unser metaphysischer Bergsteiger auf die Stolzen, die Neider, die Zornigen, die Trägen, die Geizhälse und Verschwender, die Schlemmer und schließlich die Wollüstigen.
Die letzten Gesänge des Fegefeuers spielen bereits im irdischen Paradies und die lang ersehnte Beatrice hat ihren Auftritt. Der Abstraktionsgrad des Textes nimmt signifikant zu. Theologische Themen und Allegorien treten in den Vordergrund und kündigen bereits den dritten Teil der Commedia inhaltlich an. Ohne Thomas von Aquin bei der Hand zu haben, dürfte sich die Ergiebigkeit der Lektüre in Grenzen halten.

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3 Kommentare

  1. Evers Says:

    Lesen sie bitte noch einmal E. Auerbach oder auch Ernst Robert Curtius. Dann erbrigt sich Ihr trockenes und überflüssiges Kommentar. Beachte die goldene Regel: Ein Kommentar soll immer zur Lektüre anregen. Sie soll einführen, nicht wegführen von der Quelle.

  2. Evers Says:

    Lesen Sie bitte noch einmal E. Auerbach oder auch Ernst Robert Curtius. Dann erübrigt sich Ihr trockenes Kommentar. Beachte die goldene Regel: Ein Kommentar soll immer zur Lektüre anregen. Sie soll hinführen zu, nicht wegführen von der Quelle.

  3. Oliver Gassner Says:

    Ah, cool.

    Und wo bloggen Curtius und Auerbach?

    Ist ja schön, wen die Lieblingsautoren meiner Studienlektüre endlich in die Puschen kommen. *g*

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