Sonntag, 23.09.2007 | 08:25 Uhr

Autor: Oliver Gassner

Buchkäufer sind…

… ehm… meist nette Menschen, aber maaanche…

Ich muss sagen: Ich hatte als Amazon-Marketplace-Verkäufer bisher nahezu null Stress. Es gab zwar mal Holperer (die nur in einem Fall mein Fehler waren), aber die ließen sich stressfrei beheben.

Schade ist eher, dass bei „echten Gebrauchtbüchern“ kaum was rumkommt – ich mach das ja für nen guten Zweck. (Ich weiß von Leuten , die neue Rezenensionsexemplare verscheuern und ganz zufrieden sind.)

via: BookFinder.com Journal: Customers from hell

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8 Kommentare

  1. tinius Says:

    Ja, die Preise für Gebrauchtbücher sind recht niedrig, und auf der anderen Seite werden Plattformen wie ebay und abebooks inzwischen von regulären Anbietern von preisgebundenen Neubüchern überschwemmt, sodaß die Suche nach preiswerten Büchern schnell ziemlich mühevoll wird. Die mir unverständlichen Angebote von 0,01 Euro bei amazon gibt es ja immer noch. Das bedeutet nicht selten, daß man seine eigenen Bücher ebenfalls zum Teil verschenken müßte, um konkurrenzfähig zu bleiben.

  2. molosovsky Says:

    Wegen Leuten, die ihrer Reziexemplare verscheuern:
    Letztens las ich im Newsletter eines Verlages, von dem ich Reziexemplare bekomme, einen Hinweis, daß nämlich alle, die dabei erwischt werden wenn sie via Internet Reziexemplare verkaufen stillschweigend von der Rezensentenliste gestrichen werden.

    Bravo!!! dachte ich mir da.

    Heulende Höllenhunde! Gibt wenig bei dem ich mit so gutem Gefühl in Rage gerate, wie diese Leut, die ihre Reziexemplare als ›Nebeneinkunftsquell‹ verscheuern. Die Verlage können imho solche Schufte imho gar nicht schnell genug aussortieren.

    Es sollte doch eigentlich so gehen: man meldet sich, wenn man ein Buch besprechen will und bekommt dann ein Reziexemplar. Dieses Staffettenweise herumschicken auf gut Glück, frei zusammengeklickt aus der Adressdatenbank, ist ein großes Übel. Kleine Verlage können solche Mätzchen nicht mitmachen und bleiben beim Aufmerksamkeitskampf entsprechend auf der Strecke, PLUS daß eben diese gewissen Schufte und Schuftinnen diese ›großzügig‹ in alle Himmelrichtung verschickten Titel dann zuhause ausm Postloch gleich zum Marketplace oder zu eBay tragen.

    Oli, richte meine Empörung und zutiefst grollende Verachtung diesen Leuten die Du kennst aus. Schämen solln die sich! Und zwar gehörig.

    Reziexemplare die man nicht mehr braucht verschenkt man gefälligst, an eine lokale Bücherei oder Leut, die sich darüber freun. Und wenn man sie verkauft, dann bitteschön nicht zum 3/4 oder 1/2 Preis sondern zum 1/3-Preis. Immerhin steht oft vorne groß drinn: »Lese- oder Besprechungsexemplar, nicht rezensieren vor dem soundsovielten«. Vor einiger Zeit kam hier ein Paket mit gebraucht gekauften Büchern bei uns an, bei dem der Verkäufer (ein bekannter Kritiker wohnhaft in Berlin) feinsäuberlich just diese Zeilen mit dem Messer rausgeschabt hat. Hat trotzdem noch glaub ich mehr als die Hälfte für die Teile verlangt! Am liebsten wär ich in den ICE gestiegen ihm einen Satz heiße rote Bäckchen mit diesen Büchern angedeihen lassen.

    (Wo ist mein Sandsack, muß mich abregen.)

  3. Heidi Hof Says:

    Lesen denn diese Leutchen wenigstens vorher diese Bücher?
    Ich bin sehr stolz darauf, dass ich seit geraumer Zeit Leseexemplare bekomme, und wir teilen sie untereinander bei Interesse.
    Ich kann euren Frust verstehen …

  4. Oliver Gassner Says:

    Hm, also ich hab das ja schon mal geschrieben:

    a) gibt es leute die mir Reziexemplare (manchmal binnen 2 wochen dreifach (???) schicken. was soll ich mit dem Zeug? das will auchz keiner Geschenkt und oft nimmt es nicht mal einer für 1 Cent. (die erklären sich daduch, dass man 3 euro versand kriegt 85 cent draufpappt und amazon ca 1,50 abkriegt.)

    b) Ist Rezensieren massiv schlecht bezahlt (leben kann man davon nicht) und an sich gibt es keinen Grund, die Exemplare ewig zu lagern. Manche BRAUCHEN das Geld einfach. Probleme hab ich nur, wenn man dann ‚Klappentextrezis‘ schreibt, das ist nun wenig ethisch. Unethisch ist aber auch, 40 EUR für ne Rezi zu zahlen. Der Fall, den ich vom Hörensagen kenne (wobei ich den namen der Plattform erfragen müsste), ist eine Internetplattform, bei der es offenbar Usus ist die Neubücher dann recht zügig wieder bei Amazon zu verscherbeln und via Masse die Rezensenten so querzufinanzieren.

    Wie gesagt, gäbe es alles nicht wenn z.B. Print ordentlich honorieren würde.

    c) Reziexemplar bestellen. Ich rezensiere kaum noch. wenn ich mal will, hab ich ein Problem
    1- ich sag der Zeitung: soll ich? die sagen ‚wo ist der Text‘, ich: ehm, ich muss es erst lesen und was schreiben, die: ok, mach mal ich : bestelle das ding als Reziex, es kommt nicht -> scheiße, peinlich
    2. ich bestelle das buch als reziex, biete es den zeitungen zur rezi an, die winken ab: ich sitze auf dem Buch (per se „interssantes“ zu lesen hab ich ja auch so)

    Aber Generell:
    Ich bezweifle dass ein Autor finanziell durch die Reziexe relevanten Schaden nimmt. Denn es dürfte ein Bruchteil der Auflage sein, die so rausgeht. (Hat jemand Quoten? Max 10% also bei z.B. 2500 z.B. 250 Stück, das wäre VIEL.) und WENN dann jemand das 1 Cent-Buch kauft, den es INTERESSIERT und der es weiterempfiehlt: Prima Sache.

    Und noch genereller: Verhungernde Journalisten machen noch ganz andere Sachen, die bedenklicher sind als Reziexeplare zu verkaufen. Z.B. unter falschem Namen Elektrogeräte loben oder so…

  5. molosovsky Says:

    Oliver: warum teilst Du z.B. den Verlagen oder Agenturen die Dich mit Rezibüchern überhäufen nicht mit, dass Du es vorziehen würdest per eMail oder Fax erstmal ein Anforderungsformular zu bekommen, damit Du auch nur die Rezibücher bekommst, die Du wirklich brauchst?

    Wiegesagt: Freiexemplare rausschleudern wird als ›Waffe‹ im Aufmerksamkeitsgerangel eingesetzt. Kurz: es ist Verschwendung und leistet zudem dem Schindluder des Weiterverschwerbelns Vorschub.

  6. Sybille Says:

    Hier ist viel wichtiges und richtiges gesagt worden und ich mag das jetzt natürlich nicht alles wiederholen.
    Ich möchte hier nur ergänzen, dass man als „Freie“ manchmal leider nicht so mit Rezensionsexemplaren zugeschüttet wird, wie man es für eine sinnvolle Arbeit bräuchte. Wenn ich die Bücher auch noch selbst kaufen soll, brauche ich erst gar nicht mehr anfangen. Den Stundenlohn darf ich erst gar icht ausrechnen – was Oliver Gassner schreibt stimmt leider, man kann davon nicht wirklich leben. Aufgrund der Rechtslage verkaufe ich die Freiexemplare aber trotzdem lieber nicht, auch wenn es sicher ein bisschen weiterhelfen würde.

  7. Oliver Gassner Says:

    @5: Das habe ich EINmal getan, daraufhin bekam ich den dummen Kommentar, ich wolle wohl die Bücher gar nicht lesen. Motivating.

    Fakt ist halt, das das LWB und „carpe librum“ ein paar Dutzend Rezensenten haben und ich keine Lust habe, auf meine Kosten Bücher rumzuschicken.

    Wie gesagt, manche Autoren schicken einem alle 2 Wochen NOCH ein Exemplar. Eins hab ich 3* Das will selbst bei Amazon keiner. Geht dann als Spende an so nen Brockenladen in Ludwigsburg.

    Da ist es wirklich NICHT mein Job, die zu managen. Wenn die Orgaberatung wollen, sollen sie anfragen 😉 (gern auch bei jemand anders 😉 )

    Viele schicken auch Papier, womit ich nun GAR nix anfangen kann. wenn es mehr als 10 Sek dauert, das an die Rezensentenmailinglisten durchztzuwuchten, lass ich es. Ich hab auch null Motivation, ne halbe Stunde am Tag denen zu sagen, wie sie ihren Job machen sollen/könnten whatever 😉

    Und mir noch abfällige Kommentare dafür einzusammmeln.

  8. Oliver Gassner Says:

    @6: Und man muss mal überlegen, von welchen Dimensionen wir hier reden.

    Wenn n Rezensent für ein Buch keine Verwendung hat hat er ggf. 10, 15 kaum 20 EUR zusätzlich. Eher 5 4 3 oder 2. wenn die Verlage beim Controlling der erschienen Beiträge schlampen (immer noch mein eigenes Double Bind im Blick, dass ich riskiere das Buch, so ich erfolgreich ne Rezension anbiete, selbst kaufen zu müssen) durchsuchen sie dann stattdessen Amazon und Co?

    Dolle Lösung.

    Faktisch wünschen sich also die Verlage, dass ihr Zeug ins Altpapier wandert statt gelesen zu werden.

    Nahezu alle anderen Varianten (außer spenden, und was die final damit machen wundert mich manchmal auch) haben wir ja langsam aber sicher ausgeschlossen.

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