Donnerstag, 08.11.2007 | 23:55 Uhr

Autor: Andreas Schneider

Bodo Kirchhoff: Eros und Asche. Ein Freundschaftsroman.

Eros und Asche Falls Sie nach dem neuen Buch von Bodo Kirchhoff suchen: Die Abbildung hier zeigt die Rückseite des Covers. Gefällt mir besser als die rein typografische Lösung, die der Verlag bevorzugt hat. Interessant auch, die Gattung Freundschaftsroman auszurufen. Mal sehen, was noch alles folgen wird, um den Begriff Roman, ich sage es jetzt einmal so: zu verwässern, vermutlich mit dem Ziel, dass Roman auf dem Buch steht, weil sich Roman besser verkauft als eine Novelle oder so, von der Theodor Storm sagte, sie sei die Schwerster des Dramas. Ein Roman ist Eros und Asche nicht wirklich.

Ein literarisches Leckerbissen ist Eros und Asche allemal und ein sehr persönliches Werk dazu, um nicht zu sagen, dass es, deutlich erkennbar, biografische Züge trägt. Eine Hommage an einen Freund, im Buch M. genannt und die ein Leben lang ungeklärte Freundschaft. Mehr war nicht nötig, denn alles war in uns, die Jahre von damals reichten für ein Leben; mit keinem anderen habe ich so viele Nächte in einem Zimmer verbracht.

Bodo Kirchhoff schreibt mit dem ihm eigenen, äußerst eleganten Stil, der mir persönlich schon bei Infanta aufgefallen ist. Im Gegensatz zu Infanta passiert jedoch nicht viel in dem „Freundschaftsroman“, das Beschriebene spielt sich hauptsächlich in Erinnerungen ab, in psychologischen Abbildern und Kausalitäten, in kunstvoll miteinander verwobenen Haupt- und Nebensätzen, so wie eine Freundschaft eben auch aus Haupt- und Nebenplätzen besteht. Ohne das ironisch zu meinen: Kaum ein Schriftsteller besitzt die Fähigkeit wie Bodo Kirchhoff, so wenig Handlung so elegant auf knapp 280 Seiten zu verpacken. Eine Besprechung gäbe es noch hier.

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2 Kommentare

  1. bonaventura Says:

    Roman ist seit vielen Jahren ein verlagstechnischer Begriff für fiktionale, erzählende Literatur mit mehr als etwa 180 Seiten.

    Mein nächstes Buch wird „Schmerznovelle“ heißen. Es wird sich auch – wenigstens im Groben – an die tradierten Definitionen der Gattung
    Novelle halten.
    Vorgestern erreichte mich ein Anruf aus dem Verlag. Marketingabteilung.

    – Hörmal,Helmut, wie wärs denn mit :
    SCHMERZ
    Roman

    – Nein, das Ding heißt Schmerznovelle und basta.

    Heute der nächste Anruf.
    – Hörmal, Helmut, wie wärs denn mit:
    SCHMERZNOVELLE
    Roman

    HelK m, d – 24.01.00 at 15:48:38

  2. Andreas Schneider Says:

    Scheinbar hat man bei dem Buch dann doch den Zusatz Roman weggelassen. War dann wohl doch irgendwie zu… dreist?

    Ich habe einem recht bekannten Autor vor kurzem die Frage gestellt, ob der Begriff Roman überhaupt noch unserer Zeit gerecht wird. Die Antwort steht noch aus. Ich bin gespannt.

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