Dienstag, 27.02.2007 | 20:19 Uhr

Autor: Dostoevskij

And Rotbuch goes to…

Der Rotbuch Verlag (Homepage) soll vom Eulenspiegel Verlag übernommen werden. 1973 gegründet, wurde er 1993 an die Europäische Verlagsanstalt verkauft. Nun regt es nicht wenige auf, daß ein ausgesprochen linker Verlag an einen Verlag gehen soll, der von vielen als ostalgisch oder sogar DDR-verherrlichend eingeschätzt wird. Der Schriftsteller F.C. Delius äußerte sich im DLR über diese „feindliche Übernahme“. (siehe auch Google News)

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2 Kommentare

  1. Jochen Heller Says:

    Was? Rotbuch an Eule? Das passt wirklich nicht besonders. Fast schon beängstigend, wie Eule wächst und wächst. Da muss man sich ja schon fragen, ob man Eule noch als einen Independent-Verlag bezeichnen kann. Hihi, ist ja schon schwierig genug, bei einer Verlagsgruppe. Aber eine unabhängige Verlagsgruppe. 😉

    Rotbuch an Eule. Komisch. Ich denke gerade in Regalen. Ich habe bei Kohlibri den zweiten Teil meiner Ausbildung gemacht. Die machen die Direktauslieferung für die meisten Verlage, die ihren Webauftritt von TXT erstellen ließen. Und die konnte man schon als so etwas, wie mit dem Label „Independent“ versehen bezeichnen. (Prolit macht das ja auch.)

    Aber irgendwie erscheint jetzt Eule langsam wie ein Riese unter den Zwergen. Und wenn ich jetzt an Ost-Verlage, die Regale im Lager und die Lagerordnung denke, würde ich Rotbuch lieber von der eva eins weiter nach rechts zum „Links-Verlag“ (hihi) verschieben, als noch eins weiter, in das riesige Eulenspiegel-Regal.

    Naja, also die Vertriebler von Eule sind wirklich nett. Aber wirklich passen tut das für meinen Geschmack auch nicht. Ich mein, Rotbuch neben Edition Ost? – Sehr befremdlich.

    Auf der anderen Seite, wenn die Groenewolds den nicht mehr haben wollten, dann sichert ihnen der Wechsel erstmal wieder das Überleben. Und mit einem Riesenzwerg lässt es sich bestimmt leichter umgehen, lässt sich das Profil sicher leichter erhalten, als mit irgendeinem Goliath.

    Von daher, wie man’s macht, man macht’s verkehrt. Nun geht Rotbuch an die Eulenspiegel-Verlagsgruppe. Sicherlich macht die Eule ihre Umsätze damit, Bücher zu verlegen, die die DDR-Vergangenheit eher unkritisch wiedergeben. Oder einseitig.

    Ich empfand die direkte räumliche Nebeneinanderstellung von Ch. Links und Eulenspiegel im Lager immer als sehr treffend und spannend. Sozusagen eine Visualisierung des ganzen Spektrums. 😉

    Aber für Rotbuch: Wollen wir doch, dass dieser Verlag überlebt. Und dann braucht er ein sicheres Dach. Und wenn ihm das Eule bieten kann, ist das immer noch besser, als beispielsweise Random House.

  2. Jochen Heller Says:

    Auch wenn Delius natürlich nicht unrecht hat. Manchmal muss man sich wohl eben fragen, was man mit seinem Verlag will. Bücher verlegen, oder einen gesellschaftlichen Beitrag leisten?

    Beides ist legitim und nachvollziehbar, für meinen Geschmack. Wenn man beides machen will, ist die Frage, welcher Kompromiss stinkt. Tut man krampfhaft alles für sein Überleben? Kann man sagen, wir gehen unter das Dach, von egal welchem, hauptsache wir werden nicht zu sehr eingeschränkt? Wird es den Rotbuchverlag zwar weiterhin noch geben, er verliert aber nach und nach an Profil und Glaubwürdigkeit?

    Verliert er aber sein Profil, ist er dann, auch kaufmännisch betrachtet, überhaupt noch interessant? Und somit ohnehin dem Untergang geweiht? Alles nur eine Frage der Zeit?

    Das könnten so Fragen sein, die einen bewegen, wenn man entscheiden muss. Die einen bestimmt auch quälen. Und egal wie herum man es betrachtet, man wird immer irgendetwas verlieren, denke ich.

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